name: gobd-konformitaet description: GoBD-Anforderungen (BMF 28.11.2019) — Verfahrensdokumentation, Festschreibung, Datenzugriff Z1/Z2/Z3, Belegfunktion, E-Rechnung.
⚠ Hinweis: Automatisiertes Hilfsmittel auf Basis öffentlich verifizierter Quellen (DATEV-SKR03/04 2026 Art.-Nr. 11174/11175, HGB/EStG/UStG/KStG/SGB Stand 2026-05, BMF-Schreiben). Ersetzt keine Steuerberatung. Output ist Vorschlag — vor produktiver Buchung Konten und §-Verweise stichprobenartig prüfen, bei rechtlicher Unsicherheit Steuerberater/Wirtschaftsprüfer konsultieren.
GoBD-Konformität
Typ: knowledge
Geltungsbereich: GmbH, UG (gilt für alle Buchführungspflichtigen)
Config: config/{active_year}/rates.json (Aufbewahrungsfristen)
Knowledge-Base: buchung-grundlagen
1. Zweck
Erklärt die zentralen GoBD-Anforderungen für Buchführung mit IT-Unterstützung und gibt Anwendern eine Selbst-Check-Liste zur Verfahrensdokumentation. Wissensbasis — kein eigener Workflow-Output, andere Skills referenzieren.
2. GoBD im Überblick
Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff — BMF-Schreiben vom 28.11.2019, ergänzt um BMF-Schreiben 11.07.2022 (E-Rechnung-Anforderungen).
Bindende Verwaltungsanweisung. Rechtsgrundlage: §§ 145–147 AO, §§ 238–239, 257 HGB.
3. Kern-Anforderungen
3.1 Allgemeine Ordnungsmäßigkeit (Tz. 21 ff.)
- Vollständigkeit — alle Geschäftsvorfälle erfasst
- Richtigkeit — sachlich + rechnerisch korrekt
- Zeitgerecht — laufende Buchungen "zeitnah"; Kasse täglich (§ 146 Abs. 1 AO); sonst spätestens 10. Folgemonat (faktischer Praxis-Standard, kein harter Gesetzes-Text — Risiko bei längeren Verzögerungen)
- Ordnung — systematische Belegfolge, klare Klassifikation
- Unveränderbarkeit — Festschreibung (Tz. 107 ff.)
- Nachvollziehbarkeit + Nachprüfbarkeit — Sachverständiger Dritter muss sich in angemessener Zeit zurechtfinden (§ 145 AO)
3.2 Belegfunktion (Tz. 61 ff.)
- "Keine Buchung ohne Beleg"
- Eindeutige Beleg-Nummer / -Referenz
- Beleg-Inhalt nach § 14 UStG für Rechnungen
- Eigenbelege nur Notlösung, mit klarer Begründung
3.3 Unveränderbarkeit / Festschreibung (Tz. 107 ff.)
- Buchungen müssen nach Erfassung gegen unbemerkte Änderung gesichert sein
- "Festschreibung" — in DATEV: explizit auf Periodenebene
- Spätester Festschreibungs-Zeitpunkt: vor Übermittlung der USt-VA (vorgangsbezogene Sicht); zumindest aber bis zum gesetzlichen Bilanzaufstellungstermin
3.4 Aufbewahrung (Tz. 119 ff., § 147 AO)
- Buchungsbelege:
- vor 01.01.2025 entstanden: 10 Jahre
- ab 01.01.2025 entstanden: 8 Jahre (Viertes Bürokratieentlastungsgesetz)
- Handels-/Geschäftsbriefe: 6 Jahre
- Jahresabschlüsse, Inventare, Buchungsjournale: 10 Jahre
- Format-Treue: elektronische Originalrechnung muss elektronisch bleiben — Papier-Ausdruck genügt nicht
3.5 Datenzugriff (Tz. 159 ff., § 147 Abs. 6 AO)
- Z1: unmittelbarer Lesezugriff durch Prüfer auf das System
- Z2: mittelbarer Zugriff (Auswertungen über Unternehmen / StB anfordern)
- Z3: Datenträgerüberlassung (z.B. GDPdU/Z3-Export)
- DATEV bietet alle drei Wege; Praxis-Standard ist Z3-Export bei Betriebsprüfung
3.6 Verfahrensdokumentation (Tz. 151 ff.)
Pflicht — beschreibt das gesamte DV-gestützte Buchführungs-Verfahren:
- Allgemeine Beschreibung (System, Prozesse, Beteiligte)
- Anwender-Dokumentation
- Technische Dokumentation
- Betriebsdokumentation
- Vor jeder Betriebsprüfung verlangt; Fehlen kann Buchführung ordnungswidrig machen → Schätzungsbefugnis FA § 162 AO
3.7 Ersetzendes Scannen
- Papierbeleg darf nach Scan vernichtet werden, wenn:
- Scan-Prozess revisionssicher (Verfahrensdokumentation!)
- Scan inhalts- und bildgleich
- Aufbewahrung im elektronischen System gewährleistet
3.8 E-Rechnung (B2B Inland)
- Pflicht zum Empfang: ab 01.01.2025
- Pflicht zur Ausstellung im strukturierten Format (XRechnung, ZUGFeRD 2.0.1+):
- ab 01.01.2027 für Unternehmen > 800 T€ Vorjahres-Umsatz
- ab 01.01.2028 für alle
- Übergangsweise erlaubt: sonstige elektronische Rechnungen (PDF) bis 31.12.2026, danach kontingentiert (Wachstumschancengesetz)
4. Selbst-Check (kurz)
- Verfahrensdokumentation existiert, aktuell, einsehbar
- Beleg-Nummern lückenlos
- Buchungen werden zeitnah erfasst
- Festschreibung erfolgt regelmäßig (vor USt-VA-Versand)
- E-Rechnungs-Empfang-Fähigkeit vorhanden
- Scan-Prozess revisionssicher dokumentiert
- Backup + Archivierung mit Aufbewahrungsfristen-Beachtung
- Berechtigungskonzept (wer darf was im Buchhaltungs-System)
- Z3-Export-Fähigkeit für Betriebsprüfung getestet
5. Quellen
- BMF-Schreiben 28.11.2019 (GoBD) + 11.07.2022 (E-Rechnung-Ergänzung) — bundesfinanzministerium.de
- AO §§ 145, 146, 147, 148, 162 — gesetze-im-internet.de/ao_1977/
- HGB §§ 238, 239, 257 — gesetze-im-internet.de/hgb/
- UStG § 14 (E-Rechnungs-Anforderungen)
- Viertes Bürokratieentlastungsgesetz (10/8-Jahres-Aufbewahrungsänderung)
6. Verwandte Skills
buchung-grundlagen— Grundlagen-Überblick (kürzer)monatsabschluss— Festschreibungs-Schrittiks-pruefung— IKS schließt GoBD-Komponenten einsteuerberater-handoff— bei Betriebsprüfung