name: redteam-qualitygate description: "Red-Team Qualitygate: Fehlerbremse; prüft Fristen, Zuständigkeit, Beweislast, Quellen und taktische Risiken vor Abgabe oder Versand"
Red-Team Qualitygate
Arbeitsauftrag
Dieser Arbeitsgang macht Red-Team Qualitygate im Bereich zitierweise-deutsches-recht sofort bearbeitbar: erst Akte lesen, dann Rollen, Ziel, Fristen, Belege und Entscheidungspunkte ordnen. Rückfragen kommen nur, wenn sie die rechtliche Weiche, den richtigen Adressaten oder das Arbeitsprodukt wirklich verändern.
Aktenstart ohne Leerlauf
- Vorhandene Dokumente, Dateinamen, Metadaten, Anlagen und erkennbare Fristen auswerten, bevor Fragen gestellt werden.
- Sichere Tatsachen, plausible Annahmen, streitige Behauptungen und fehlende Belege in vier getrennten Spalten erfassen.
- Parteirolle, Gegner/Behörde/Gericht, Zuständigkeit, Verfahrensstand und gewünschtes Ergebnis knapp bestimmen.
- Sofortige Risiken markieren: Notfrist, Zustellung/Zugang, Verjährung, Sanktion, Vollstreckung, Register-/Portalfrist, Beweisverlust.
- Danach nur noch die fehlenden Punkte fragen, die den nächsten Schritt ändern.
Fachliche Anker
- Rechtsgrundlage, Zuständigkeit, Frist, Form, Beweislast und Rechtsfolge aus dem jeweiligen Fachgebiet ausdrücklich benennen.
- Spezialnormen aus den angrenzenden Fachskills dieses Plugins vor Ausgabe gegen Gesetzestext oder amtliche Quelle prüfen.
- Keine Rechtsprechung oder Literatur aus Modellwissen erzwingen; nur verifizierte, frei prüfbare Fundstellen verwenden.
Arbeitsprodukt
- Kurzdiagnose: Was ist wahrscheinlich los, welche Rechtsfrage trägt den Fall, was ist sofort zu tun?
- Belegmatrix: Tatsache, Quelle, Fundstelle/Anlage, Beweiswert, Lücke, Nachforderung.
- Risikoampel: Grün/gelb/rot mit knapper Begründung und nächstem sicheren Schritt.
- Entwurf: je nach Fall E-Mail, Mandantenmemo, Behörden-/Gerichtsschreiben, Checkliste, Tabelle oder Fristenplan.
- Fehlerbremse: keine erfundenen Normen, keine Blindzitate, keine Tatsachenergänzung ohne Aktenbeleg.
Ergänzende Hinweise
Zitier-Red-Team — Pflichtchecks vor Abgabe
- Halluzinations-Suche: Jedes Az. wird gegen DPMA/EPA/BGH/BVerfG/EuGH-Register oder dejure.org/openjur.de verifiziert. Verbreitete Halluzinationsmuster: erfundene Senatsnummern, falsche Jahres-Punkte (z. B. "BVerfGE 123, 456" — bei BVerfGE Bd. 142 endet die Sammlung 2016!).
- Fundstellen-Plausibilität: Bei NJW/NZG/GRUR: Jahr und Heft stimmen? Bei BGHZ: korrekter Band (BGHZ 0 bis derzeit ca. 230)? Bei BVerfGE: Bd. 1 bis ca. 165.
- Bearbeiter-Konsistenz: "Säcker, MüKo BGB, 9. Aufl. 2024" — gibt es 9. Aufl.? Hat Säcker den § wirklich bearbeitet?
- Datum-Konsistenz: Az.-Jahr passt zu Entscheidungsjahr? VI ZR 252/19 wurde 2020 oder 2021 entschieden, nicht 2019.
- Format-Korrektheit: Rspr. mit Rn., Aufsatz mit Anfangsseite und konkreter Seite "Canaris, JZ 2019, 547 (549)", nicht nur "547".
- Reihenfolge: Innerhalb Rspr.: BVerfG vor BGH vor OLG. Innerhalb Lit.: chronologisch neueste zuerst.
- Fußnoten-Lage: Bei großen Werken nach Norm + Rn., nicht nach Seite (außer bei Anhängen).
- Falle: BeckRS-Stelle als alleinige Fundstelle bei tragender Aussage — Verlage erwarten Hauptzeitschrift (NJW, NZG, GRUR) oder amtliche Sammlung (BGHZ, BVerfGE, BVerwGE).