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Dokumentarchitektur juristischer Texte sauber bauen. Vertrag mit Rubrum/Parteien, Praeambel, Definitionen, Hauptleistungspflichten, Nebenpflichten, Bedingungen, Beendigung, Boilerplate, Anlagen. Schriftsatz nach § 253 Abs. 2 ZPO mit Rubrum, Antraegen, Sachverhalt, rechtlicher Wuerdigung, Beweisangeboten, Schlussformel, Anlagenverzeichnis. Mit Strukturbaeumen je Dokumenttyp als Tabelle im Word Legal Ai Plugin And Skill For German Lawyers: prüft konkret die einschlägigen Tatbestandsmerkmale, Fristen, Belege und Rechtsprechung. Liefert priorisierten Output mit Norm-Pinpoints, Risikoampel und nächstem Arbeitsschritt.

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/7/2026

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Dokumentarchitektur: Vertrag und Schriftsatz

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: DSGVO Art. 33 Datenpanne 72h, ZPO § 130d aktive beA-Nutzung seit 01.01.2022, GwG § 8 Aufbewahrung 5 Jahre, KI-VO Art. 50 Kennzeichnung.
  • Tragende Normen verifizieren: BRAO §§ 43a, 49b, DSGVO Art. 6, 28, 32, 35, BORA § 19a (technische Sorgfalt), beA-Bedingungen, ZPO § 130a (eVa), § 130d (aktive Nutzungspflicht), GwG § 8 Aufbewahrung — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Anwalt, Sekretariat, IT-Verantwortlicher, Datenschutzbeauftragter, KI-Anbieter (Auftragsverarbeiter), Kammer.
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Word-Dokumentvorlage, beA-Schriftsatz, AV-Vertrag mit KI-Anbieter, DSFA, Sicherheitskonzept, AGB-/Mandantenklauseln zu KI-Einsatz — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Eingaben

  • Dokumenttyp und Untertyp (Kaufvertrag, Lieferantenvertrag, Klage, Klageerwiderung, Antrag)
  • Komplexitaetsgrad (einfach, mittel, M&A-Niveau)
  • Parteien und Rollen
  • Vorliegende Vorentwuerfe oder Term Sheet

Rechtlicher und methodischer Rahmen

  • § 253 Abs. 2 ZPO: Pflichtbestandteile der Klageschrift.
  • § 130 ZPO: Allgemeiner Schriftsatz-Inhalt.
  • § 311b BGB: Beurkundungspflicht für bestimmte Verträge (Grundstueck, GmbH-Geschäftsanteile).
  • § 126 BGB, § 126a BGB, § 126b BGB: Schriftform, elektronische Form, Textform.
  • § 305 Abs. 1 BGB: AGB-Begriff. Verträge mit AGB-Anteil brauchen zusaetzliche Strukturelemente.

Ablauf / Checkliste

  1. Dokumenttyp wahlen. Vertrag, Klage, Klageerwiderung, AGB, Memo, Anwaltsschreiben.
  2. Standardstruktur waehlen. Siehe Tabellen unten.
  3. Anpassen. Streichen Sie nicht benoetigte Bloecke, ergaenzen Sie Sonderkapitel.
  4. Nummerierung festlegen. § (Paragraph) oder Ziffer. M&A-Verträge ueblich mit Ziffern, BGB-Verträge ueblich mit Paragraphen.
  5. Inhaltsverzeichnis und Gliederung pragmatisch prüfen. Bei längeren Dokumenten eine lesbare Übersicht vorsehen; technische Word-Automatisierung ist nicht Gegenstand dieses Skills.
  6. Querverweise vorbereiten. Siehe verweis-und-querverweis-technik.

Strukturbaum Vertrag (Standardfall)

Block Inhalt Optional
Rubrum Bezeichnung der Parteien mit Anschrift, ggf. Handelsregister, Vertretung nein
Praeambel Hintergrund, Anlass, Zweck. Auch "Whereas-Klauseln" im Standardvertrag entbehrlich, im M&A ueblich
Definitionen alphabetisch oder thematisch gegliedert bei kurzem Vertrag inline
Vertragsgegenstand Hauptleistungspflicht in einer Klausel nein
Hauptleistungspflichten Pflichten der Parteien im Detail nein
Nebenpflichten Mitwirkung, Information, Schutz je nach Vertragstyp
Vergütung Höhe, Faelligkeit, Zahlweise, Verzug nein, wenn entgeltlich
Maengelhaftung Pflichten bei Mangel, Fristen, Rechte je nach Vertragstyp
Haftung Begrenzung, Ausschluss, Versicherung siehe haftungsausschluss-und-haftungsbegrenzung
Geheimhaltung NDA-Baustein oder Verweis auf NDA je nach Mandat
Laufzeit und Beendigung Erstlaufzeit, Verlaengerung, ordentliche und ausserordentliche Kuendigung nein
Boilerplate Schriftform, Salvatorisch, Gerichtsstand, Rechtswahl, Erfuellungsort siehe boilerplate-klauseln-katalog
Unterschriften Ort, Datum, Unterzeichner mit Funktion nein
Anlagen Anlagenverzeichnis, durchnummeriert wenn vorhanden

Strukturbaum Klageschrift (§ 253 Abs. 2 ZPO)

Block Inhalt Quelle
Rubrum Gericht, Parteien mit gesetzlicher Vertretung, Aktenzeichen § 253 Abs. 2 Nr. 1 ZPO
Antraege bestimmte Antraege § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO
Sachverhalt Tatsachenvortrag, chronologisch oder thematisch § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO
Rechtliche Wuerdigung Anspruchsgrundlagen in der Reihenfolge Vertrag, c.i.c., GoA, dinglich, Delikt, Bereicherung freie Gliederung
Beweisangebote Zeugen, Urkunden, Sachverstaendige, Augenschein § 130 Nr. 5 ZPO
Streitwert Vorschlag für Streitwertfestsetzung § 61 GKG
Schlussformel Unterschrift des Rechtsanwalts § 130 Nr. 6 ZPO
Anlagenverzeichnis K1, K2 usw. freie Konvention

Strukturbaum Klageerwiderung

Block Inhalt
Rubrum wie Klage, mit Aktenzeichen
Antraege Klageabweisung, ggf. Widerklage
Bestreiten substantiiertes Bestreiten der Klagebehauptungen
Eigener Sachverhalt abweichende Darstellung
Rechtliche Wuerdigung Einwendungen, Einreden
Beweisangebote wie Klage
Schlussformel Unterschrift

Strukturbaum Memo (Standardstruktur Repository)

  1. Sachverhalt
  2. Frage(n)
  3. Kurzantwort
  4. Rechtliche Bewertung
  5. Gesamtergebnis
  6. Risiken / offene Punkte
  7. Quellenverzeichnis

Typische Drafting-Fehler

  • Definitionen nach hinten. Defined Terms gehoeren nach vorne, nicht in den Anhang.
  • Praeambel als Vertrag. Praeambel ist Auslegungshilfe, nicht Pflicht. Klauseln nicht in Praeambel-Saetze verstecken.
  • Boilerplate vergessen. Salvatorisch, Schriftform, Gerichtsstand sind Pflicht im B2B-Vertrag.
  • Antraege unbestimmt. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO. Unbestimmter Antrag ist unzulaessig.
  • Sachverhalt vermischt mit Rechtsmeinung. Sachverhalt ist Faktentafel, kein Schlagabtausch.
  • Anlagen ohne Verzeichnis. Anlage K7 ohne Verzeichnis ist im Prozess nicht auffindbar.

Beispiel

Skelett Liefer- und Werkvertrag (mittlere Komplexitaet):

RUBRUM
zwischen [Verkaeufer GmbH, Anschrift, HRB] (Lieferant)
und [Besteller AG, Anschrift, HRB] (Besteller)

§ 1 Definitionen
§ 2 Vertragsgegenstand
§ 3 Lieferung und Abnahme
§ 4 Verguetung und Zahlung
§ 5 Eigentumsvorbehalt
§ 6 Maengelhaftung
§ 7 Haftung
§ 8 Geheimhaltung
§ 9 Laufzeit und Kuendigung
§ 10 Schriftform und Aenderungen
§ 11 Salvatorische Klausel
§ 12 Gerichtsstand und Rechtswahl
§ 13 Anlagen

Anlage 1: Leistungsbeschreibung
Anlage 2: Preisliste
Anlage 3: Lieferplan

Quellen (Stand 05/2026)

  • § 253 Abs. 2 ZPO; § 130 ZPO; gesetze-im-internet.de.
  • § 311b BGB; § 126 BGB; § 126a BGB; § 126b BGB; § 305 Abs. 1 BGB.
  • Memo-Struktur: CLAUDE.md im Repository-Wurzelverzeichnis.
  • Vertragsstruktur folgt der Konvention deutscher Wirtschaftskanzleien. Konkrete Klauselmuster vom Nutzer mit aktueller Literatur zu validieren.
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