name: anspruchsgrundlagen-pruefen description: "Anspruchsgrundlagen identifizieren und Prüfungsreihenfolge bestimmen: Richter oder Kandidat muss Anspruchskonkurrenz lösen. Normen: §§ 433 ff., 280 ff., 812 ff., 823 ff. BGB; HGB; CISG; GmbHG; StVG; ProdHG; IPR Rom-I/II. Prüfraster: Reihenfolge vertraglich, quasi-vertraglich, dinglich, deliktisch..."
Anspruchsgrundlagen-Prüfung
Identifiziert alle in Betracht kommenden Anspruchsgrundlagen und prüft sie schemamaessig.
Triage zu Beginn
- Welches Schuldverhältnis liegt zugrunde — Vertrag, Gesetz, Bereicherung, Delikt?
- Besteht Auslandsbezug — Rom-I, Rom-II, CISG anwendbar?
- Welche Partei trägt die Beweislast für die streitigsten Tatbestandsmerkmale?
- Droht Verjährung (§§ 195, 199 BGB — regelmäßig 3 Jahre ab Jahresende Kenntnis)?
Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Zentrale Normen
- § 195, 199 BGB — Verjährung (regelmäßig 3 Jahre, Beginn mit Schluss des Jahres der Kenntnis)
- § 280 BGB — Schadensersatz wegen Pflichtverletzung
- § 812 BGB — ungerechtfertigte Bereicherung
- § 823 BGB — deliktische Haftung
- § 985, 1004 BGB — dingliche Ansprüche
- Art. 1 ff. Rom-I, Art. 4 ff. Rom-II — IPR-Kollisionsrecht
Schritt-für-Schritt-Workflow
- Sachverhalt scannen: Welche Parteien, welche Rechtsbeziehung, welches Ziel des Klägers?
- Anspruchsgrundlagen auflisten: alle in Betracht kommenden in der Reihenfolge: vertraglich → quasivertraglich → dinglich → deliktisch → bereicherungsrechtlich.
- Für jede AG Prüfschema: Anwendbarkeit → Tatbestandsmerkmale (mit Beweislastverteilung) → Rechtsfolge → Einwendungen/Einreden → Verjährung.
- IPR prüfen: Falls Auslandsbezug, erst Kollisionsrecht klären, dann CISG prüfen.
- Konkurrenzfragen: Wenn mehrere AG durchgreifen, Günstigkeitsprinzip anwenden.
Output-Template
Adressat: Richter/Berichterstatter — Tonfall: sachlich-juristisch
Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie
[Name der Mandantin]werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (
1,1.1,1.1.1und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
## Anspruchsgrundlagen-Übersicht
| Anspruchsgrundlage | Ergebnis | Hauptproblem |
|---|---|---|
| § 433 I BGB (Kaufpreis) | (+) | — |
| § 823 I BGB (Körperverletzung) | prüfen | Kausalität str. |
| § 812 I 1 BGB (Bereicherung) | (-) | Rechtsgrund vorhanden |
### 1. § [AG] [Norm]
- **Tatbestandsmerkmale:** ...
- **Beweislast Kläger:** ...
- **Einwendungen Beklagter:** ...
- **Verjährung:** 3 Jahre ab [DATUM], läuft am [DATUM] ab.
- **Ergebnis:** Anspruch besteht / besteht nicht.
Reihenfolge
- Vertraglich (Paragraf 433 BGB, Paragraf 535 BGB, Paragraf 631 BGB usw. - CISG bei internationalem Warenkauf)
- Quasivertraglich (Paragraf 311 II BGB - culpa in contrahendo, Paragraf 280 BGB)
- Dinglich (Paragraf 985 BGB, Paragraf 1004 BGB)
- Deliktisch (Paragraf 823 ff BGB, Paragraf 7 StVG, ProdHG)
- Bereicherungsrechtlich (Paragraf 812 ff BGB)
- Familien- / erbrechtlich soweit einschlaegig
Prüfschema für jede Anspruchsgrundlage
- Anwendbarkeit (sachlich, persönlich, raeumlich, zeitlich)
- Tatbestandsmerkmale - bei jedem: Wer hat die Beweislast?
- Rechtsfolge
- Einwendungen (rechtshindernd, rechtsvernichtend)
- Einreden (durchsetzbarkeitshemmend)
- Verjährung (Paragraf 195 BGB, Paragraf 199 BGB, Paragraf 438 BGB usw.)
IPR
Bei Auslandsbezug immer prüfen:
- Rom-I-Verordnung (vertragliche Schuldverhältnisse)
- Rom-II-Verordnung (außervertragliche Schuldverhältnisse)
- CISG (Wiener UN-Kaufrecht) als materielles Einheitsrecht - geht IPR vor, soweit sachlicher Anwendungsbereich eroeffnet
- Eingriffsnormen Artikel 9 Rom-I (Pflichtanwendung deutscher Vorschriften, z. B. DSGVO als Eingriffsnorm)
Ausgabe
Pro Anspruchsgrundlage eine eigene Tabelle mit allen Tatbestandsmerkmalen.
Normen und Rechtsprechung
Kuratierte Normen-Bibliothek
- § 38 FamFG
- § 13 GVG
- § 137 FamFG
- Art. 3 DSGVO
- Art. 9 DSGVO
- Art. 6 DSGVO
- § 70 VwG
- § 123 VwG
- § 71 GVG
- § 63 GKG
- Art. 103 GG
- § 111 FamFG
Leitentscheidungen
- BGH VI ZR 96/11
- BGH VI ZR 113/17
- BGH VII ZR 213/10
- BGH VI ZR 39/20
- BGH VI ZR 40/20