name: lohn-umlage-u1-u2-insogeld description: "Umlagen U1 U2 Insolvenzgeld-Umlage. Anwendungsfall AG-Umlagen monatlich Erstattung Krankheit Mutterschaft Insolvenz Berechnung Saetze Variabilitaet KK. Methodik Prüfung Pflicht Kleinunternehmer 30 AN. Output Umlage-Berechnung."
Umlagen U1, U2, Insolvenzgeld
Fachlicher Anker
- Normen: § 6a, § 1, § 7.
- Entscheidungs-/Quellenanker: Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
- Quellenhygiene:
references/quellenhygiene.mdundreferences/zitierweise.mdbeachten.
Kernsachverhalt
Drei Umlagen lasten ausschließlich auf dem AG (AN-Anteil null):
- U1 (Aufwendungsausgleich Krankheit): Erstattung Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall; Pflicht für Kleinunternehmer bis 30 AN; Erstattung 80 Prozent.
- U2 (Aufwendungsausgleich Mutterschaft): Erstattung Mutterschutzlohn und AG-Zuschuss Mutterschaftsgeld; Pflicht aller AG; Erstattung 100 Prozent.
- Insolvenzgeld-Umlage: Beitrag zur Finanzierung des Insolvenzgeldes; Pflicht aller AG (Ausnahme Privathaushalte).
Kaltstart-Rueckfragen
- Mitarbeiterzahl im Mandantenbetrieb (U1-Pflicht-Prüfung)?
- Welche Krankenkassen vertreten (Beitragssatz U1 KK-individuell)?
- Welche AN sind in Erstattungsbasis einbezogen (Vollzeit, Teilzeit, Minijob)?
- Wann letzte Erstattungs-Antraege gestellt?
- Bei drohendem AG-Wechsel: Datenuebernahme Umlage-Beitraege?
- BG-Beitrag Insolvenzgeld-Umlage aktualisiert?
- Welche jaehrliche Anpassung?
- Welche Privathaushalts-Konstellation (Minijob-Sonderfall)?
Rechtlicher Rahmen
Primaernormen
AAG (Aufwendungsausgleichsgesetz) — U1/U2.
§ 1 AAG — Geltungsbereich U1.
§ 7 AAG — Berechnung Umlage.
§ 358 SGB III — Insolvenzgeld-Umlage.
§ 165 SGB III — Insolvenzgeld.
Verwaltungsanweisungen
- KK-individuelle Satzungen.
- BMAS Rundschreiben.
Workflow
Phase 1 — U1-Pflicht-Prüfung
- AG mit max. 30 AN ist U1-pflichtig.
- Prüfung jaehrlich zum 1. Januar (Berechnung Durchschnitt Vorjahr).
- Minijobs werden mit Faktor 0,75 angerechnet.
- Pflicht-Wechsel mit naechstem Kalenderjahr.
Phase 2 — Berechnungs-Basis
- Umlagebeitrag = Bemessungsgrundlage x Umlagesatz.
- Bemessungsgrundlage U1/U2: rentenversicherungspflichtiges Brutto bis zur BBG der RV (§ 7 AAG).
- U1 Satz: KK-individuell (variiert nach KK-Satzung); typisch 1,0-3,0 Prozent.
- U2 Satz: KK-individuell; typisch 0,2-0,5 Prozent.
- Insolvenzgeld-Umlage: bundeseinheitlich, festgesetzt durch Insolvenzgeldumlageverordnung; 2024: 0,06 Prozent; 2025: 0,06 Prozent (unveraendert; Insolvenzgeldumlageverordnung 2026 zum Jahreswechsel prüfen).
Phase 3 — Erstattungsantraege
- U1 bei Krankheit: AG zahlt Entgeltfortzahlung weiter; beantragt Erstattung 80 Prozent bei KK.
- U2 bei Mutterschaft: AG zahlt Zuschuss zum Mutterschaftsgeld; beantragt Erstattung 100 Prozent bei KK.
- Antrag: über sv.net oder DAKOTA.
- Frist: 3 Monate nach Beendigung des Ereignisses (KK-Satzung).
Phase 4 — Insolvenzgeld-Umlage
- Bundeseinheitlich; 2025: 0,06 Prozent (Insolvenzgeldumlageverordnung; Satz 2026 zum Jahreswechsel prüfen).
- Faellig zusammen mit SV-Beitragsnachweis.
- Wird über die Krankenkassen eingezogen.
Phase 5 — Buchung im Hauptbuch
- Lohnnebenkosten Umlagen (Konto 4140 oder 6140 SKR 03).
- AG-Aufwand.
- Bei Erstattung: Gegenbuchung (Konto 4141 oder Verbuchung zu Lohnnebenkosten).
Phase 6 — Dokumentation
- Erstattungsantraege archivieren.
- KK-Bescheide über Erstattung.
- Beleg im Lohnordner.
Strategie und Praxis-Tipps
- U1-Pflicht-Prüfung jaehrlich zum 1. Januar — nicht vergessen.
- U2 ist UNABHAENGIG von Betriebsgroesse Pflicht.
- Insolvenzgeld-Umlage entfaellt für Privathaushalte (Privathaushalts-Minijob).
- Erstattungsantraege rechtzeitig stellen — Frist max. 4 Jahre.
- Bei wechselnder Mitarbeiterzahl über 30: U1-Wechsel zum Jahreswechsel.
- StBVV: in Lohnpauschale.
- DATEV-Tipp: DATEV LODAS Umlage-Konfiguration mit jaehrlicher Pflicht-Aktualisierung.
Quellen und Updates
Stand: 05/2026.
- AAG §§ 1, 7.
- SGB III §§ 165, 358.
- KK-Satzungen.
- BMAS Rundschreiben.
- Insolvenzgeld-Umlage 2025: 0,06 Prozent; Insolvenzgeldumlageverordnung 2026 prüfen.