bwa-cashflow-laienverstaendlich

star 872

Cashflow-Darstellung für Mandant in laienverstaendlicher Form. Anwendungsfall Quartals-BWA mit vereinfachter Cashflow-Aufstellung für GF ohne Finanz-Hintergrund. Methodik einfache Mittelfluss-Tabelle Brutto-Netto-Cashflow Trennung zahlungswirksam vs nicht-zahlungswirksam. Output 1-seitige Cashflow-Übersicht.

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/7/2026

name: bwa-cashflow-laienverstaendlich description: "Cashflow-Darstellung für Mandant in laienverstaendlicher Form. Anwendungsfall Quartals-BWA mit vereinfachter Cashflow-Aufstellung für GF ohne Finanz-Hintergrund. Methodik einfache Mittelfluss-Tabelle Brutto-Netto-Cashflow Trennung zahlungswirksam vs nicht-zahlungswirksam. Output 1-seitige Cashflo..."

Cashflow laienverstaendlich darstellen

Fachlicher Anker

  • Normen: § 6a, § 33, § 57.
  • Entscheidungs-/Quellenanker: Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
  • Quellenhygiene: references/quellenhygiene.md und references/zitierweise.md beachten.

Kernsachverhalt

Die DRS-21-Kapitalflussrechnung ist methodisch korrekt, aber für den nicht-finanzaffinen Mandanten zu komplex. Für das Mandantengespraech braucht es eine einfachere Darstellung: Wie viel Cash kam laufend rein? Was wurde investiert? Was wurde an Bank/Gesellschafter zurueckgezahlt? Was bleibt am Monatsende? Der Steuerberater erstellt eine 1-seitige Brutto-Cashflow-Übersicht, die dem Mandanten die Geldfluesse zeigt — ohne ihn zu ueberfordern.

Kaltstart-Rueckfragen

  1. Welcher Mandantentyp — Solo, Familien-GmbH, Mittelstand?
  2. Welcher Verstaendnisgrad — Bilanz-affin oder GF ohne Finanzhintergrund?
  3. Welcher Zeitraum — Monat, Quartal, Jahr?
  4. Welche Detailtiefe — nur Hauptposten oder mit Einzeladern?
  5. Welche Vergleichsperiode — Vorjahres-Quartal, Vorjahr?
  6. Welche Investitionen sind separat darzustellen?
  7. Welche Gesellschafter-Bewegungen (Ausschuettung, Privateinlage)?
  8. Welcher Verwendungszweck — interne Steuerung, Bankgespraech?

Rechtlicher Rahmen

Primaernormen

§ 33 StBerG — StB-Aufgabenkreis; mandantengerechte Aufbereitung.

§ 57 StBerG — Gewissenhaftigkeit.

§ 252 HGB — Going-concern.

§ 19 InsO — Fortbestehensprognose; Cashflow-Betrachtung Pflicht.

Standards

  • DRS 21 (methodische Grundlage).
  • IDW S 6 (Sanierungskonzept).
  • DStV-Praxisleitfaden Mandantenkommunikation.

Workflow

Phase 1 — Vereinfachte Cashflow-Struktur

CASHFLOW-UEBERSICHT (vereinfacht)
Mandant: [Firma]
Zeitraum: [Quartal X / 2026]

WAS WURDE LAUFEND VERDIENT?
+ Jahresueberschuss/-fehlbetrag [X]
+ Abschreibungen (kein Cash-Ausfluss) [X]
+/- Veraenderung Vorraete und Forderungen [X]
+/- Veraenderung Lieferantenverbindlichkeiten [X]
= LAUFENDER CASHFLOW [Y]

WAS WURDE INVESTIERT?
- Neue Maschinen, Fahrzeuge, IT [X]
- Beteiligungen [X]
+ Verkauf Alt-Anlagen [X]
= INVESTITIONS-CASHFLOW [-Z]

WIE HAT SICH DIE FINANZIERUNG VERAENDERT?
+ Neue Bankdarlehen [X]
- Tilgung Bankdarlehen [X]
- Ausschuettung Gesellschafter [X]
+ Privateinlage Gesellschafter [X]
= FINANZIERUNGS-CASHFLOW [+/- A]

NETTO-CASH-VERAENDERUNG [Y - Z +/- A]

BANK-/KASSE-BESTAND ANFANG [X]
BANK-/KASSE-BESTAND ENDE [X]

Phase 2 — Erklaerung für den Mandanten

  • "Laufender Cashflow" = Geld, das aus dem normalen Geschäft hineinkommt (ohne Investitionen, ohne Bankgeschaefte).
  • "Investitions-Cashflow" = Geld, das in neue Anlagen geflossen oder aus Verkauf alter zurueckgeflossen ist.
  • "Finanzierungs-Cashflow" = Geld, das mit Bank und Gesellschaftern ausgetauscht wurde.
  • Summe ergibt Veraenderung Bank-/Kasse-Bestand.

Phase 3 — Visualisierung Wasserfall

  • Wasserfall-Grafik: Startbestand Bank, dann farbig Plus/Minus, dann Endbestand.
  • Mandant sieht visuell, woher das Geld kam und wohin es ging.
  • DATEV Praesentation-Modul oder Excel-Wasserfalldiagramm.

Phase 4 — Kennzahlen für Mandant

  • Free Cashflow (FCF) = laufender Cashflow minus Investitions-Cashflow.
  • Bedeutung: was bleibt nach Bedienung der laufenden Investitionen?
  • FCF > 0 nachhaltig = Unternehmen kann Schulden tilgen und ausschuetten.
  • FCF < 0 nachhaltig = Unternehmen finanziert Verzehr.

Phase 5 — Beratungsempfehlung

  • Bei negativem laufendem Cashflow: Working-Capital-Diskussion (Vorraete, Forderungen, Lieferanten).
  • Bei negativem FCF über mehrere Perioden: Liquiditaets-Engpass droht; Liquiditaetsplanung erforderlich.
  • Bei Sondereinmaleffekten (Anlagenverkauf): klar als einmalig kennzeichnen.

Phase 6 — Mandantenkommunikation

  • Cashflow-Übersicht zusammen mit BWA versenden.
  • Im Quartalsgespraech 5 Minuten erklaeren.
  • Bei Krisensignalen: Sondergespraech mit Liquiditaetsplanung.

Strategie und Praxis-Tipps

  • Bei Familien-GmbH ist Cashflow oft wichtigeres Steuerungsmass als Bilanzgewinn — direkter Bezug zur Bankliquiditaet.
  • "Gewinn vs. Cash"-Erklaerung: Gewinn kann positiv sein und Bank-Bestand sinken, wenn Forderungen steigen.
  • Bei Bankgespraech: Cashflow-Übersicht oft entscheidender als reine GuV.
  • StBVV: Cashflow-Übersicht als Bestandteil der Quartals-BWA oder als Zusatzauftrag.
  • DATEV-Tipp: Der DATEV-Bilanzbericht beinhaltet eine automatisierte Kapitalflussrechnung (Klickpfad: Rechnungswesen → Bilanzbericht → Bestandteile waehlen → Kapitalflussrechnung). Die vereinfachte Mandantendarstellung erfolgt in Excel oder im DATEV-Praesentationsmodul manuell.

Quellen und Updates

Stand: 05/2026.

  • HGB §§ 264, 297.
  • DRS 21.
  • IDW S 6.
  • StBerG §§ 33, 57.
  • DStV-Praxisleitfaden Mandantenkommunikation.

Normen und Rechtsprechung

Kuratierte Normen-Bibliothek

  • § 8 AO (Wohnsitz, Aufenthalt)
  • §§ 33, 34 AO (Steuerpflichtiger, gesetzliche Vertreter)
  • § 42 AO (Gestaltungsmissbrauch)
  • §§ 169-171 AO (Festsetzungsverjährung)
  • §§ 233a, 235 AO (Verzinsung, Hinterziehungszinsen)
  • § 370 AO (Steuerhinterziehung)
  • §§ 153, 371 AO (Berichtigungserklärung, Selbstanzeige)
  • §§ 15, 32a EStG (Einkünfte aus Gewerbebetrieb, Tarif)
  • § 8 KStG, § 7 GewStG (Einkommen, Gewerbeertrag)
  • §§ 1, 15 UStG (Steuerbare Umsätze, Vorsteuerabzug)

Leitentscheidungen

  • BFH I R 36/18 (Hinzurechnungsbesteuerung AStG)
  • BFH XI R 11/22 (Reverse-Charge-Verfahren)
  • BFH IX R 49/13 (Liebhaberei vs. Einkunftserzielungsabsicht)
  • BVerfG 2 BvL 1/03 (Steuerfreistellung Existenzminimum)
  • EuGH C-280/10 (Vorsteuerabzug bei wirtschaftlicher Tätigkeit)

Anwendung im Skill

  • Beraterhaftung gegen Mandantenpflicht (§§ 153, 154 AO) klar trennen; Selbstanzeige nach § 371 AO ist eine Strafnorm, kein Steueroptimierungs-Tool.
  • Festsetzungsverjaehrung nach §§ 169-171 AO im Zweifel zugunsten des Steuerpflichtigen; Hemmung durch Aussenpruefung beachten.
  • Bei Gestaltungsmissbrauch § 42 AO immer alternative Wirtschaftsgruende dokumentieren.
Install via CLI
npx skills add https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht --skill bwa-cashflow-laienverstaendlich
Repository Details
star Stars 872
call_split Forks 114
navigation Branch main
article Path SKILL.md
More from Creator