name: berufung-lsg-144-sgg-wertgrenze-750 description: "Berufung zum LSG nach § 144 SGG. Wertgrenze 750 EUR und laufende Leistungen über 1 Jahr. Mustertext für Buerger ohne Anwalt mit Hinweis auf Anwaltsempfehlung."
Berufung zum LSG — § 144 SGG
Fachlicher Anker
- Normen: § 144 SGG, § 7, § 7a.
- Entscheidungs-/Quellenanker: Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
- Quellenhygiene:
references/quellenhygiene.mdundreferences/zitierweise.mdbeachten.
Worum geht es?
Wenn Sie vor dem SG verloren haben (oder teilgewonnen), können Sie in die zweite Instanz: das Landessozialgericht (LSG). Aber: Die Berufung muss über einer Wertgrenze liegen. Diese Skill klaert das auf.
In einfacher Sprache
Sie haben verloren und wollen nochmal. Dafür gibt es das Landessozialgericht (zweite Instanz). Aber nicht bei jedem Streit. Es muss um mehr als 750 Euro gehen oder um lange Leistungen.
Wann brauchen Sie diese Skill?
- Sie haben das SG-Urteil verloren.
- Sie ueberlegen Berufung.
Fachbegriffe (kurz erklaert)
- Berufung: Rechtsmittel zum LSG.
- Wertgrenze: 750 EUR Streitwert ist die Schwelle.
- Laufende Leistungen über 1 Jahr: Auch ohne Wertgrenze Berufung möglich.
- Nichtzulassungsbeschwerde: Wenn keine Berufung, dann diese (wenn das SG die Berufung haette zulassen sollen).
Rechtsgrundlagen
- § 144 SGG — Berufungs-Statthaftigkeit, Wertgrenze.
- § 151 SGG — Berufungsfrist 1 Monat.
- § 153 SGG — Inhalt der Berufungsschrift.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1 — Prüfen: Berufung statthaft?
Berufung ohne Zulassung möglich, wenn:
- Streitwert über 750 EUR, oder
- Laufende Leistungen über 1 Jahr
Beispiel:
- Pflegegrad 2 statt 3, monatlich 200 EUR mehr ab 1.1.2025 → über Jahr über 750 EUR
- Sanktion 100 EUR → unter Wertgrenze, aber prüfbar wenn Sanktion über 12 Monate
Bei laufenden Leistungen reicht 1 Jahr Bezug — die Höhe muss nicht über 750 EUR sein.
Schritt 2 — Wenn nicht statthaft: Nichtzulassungsbeschwerde
Wenn das SG die Berufung haette zulassen müssen (grundsaetzliche Bedeutung, Divergenz), können Sie Nichtzulassungsbeschwerde stellen (§ 145 SGG).
Siehe berufung-zulassung-besondere-bedeutung.
Schritt 3 — Berufungsschrift
Landessozialgericht [Land] [Ort, Datum]
In dem Verfahren
[Name]
[Adresse]
— Klaeger und Berufungskl. —
gegen
[Behörde]
— Beklagte und Berufungsbeklagte —
wegen [Stichwort], SG-Az [...]
B E R U F U N G
Ich lege gegen das Urteil des Sozialgerichts [Ort] vom [Datum], zugestellt am [Datum], Az [...]
Berufung
ein.
Ich beantrage:
1. Das Urteil des SG [Ort] vom [Datum] wird aufgehoben.
2. Der Bescheid der Beklagten vom [Datum] in Gestalt des Widerspruchsbescheids vom [Datum] wird aufgehoben.
3. Die Beklagte wird verurteilt, mir [Leistung] ab [Datum] zu gewaehren.
Begruendung folgt.
[Unterschrift]
Schritt 4 — Begruendung nachreichen
Innerhalb der vom LSG gesetzten Frist. Inhalt:
- Was hat das SG falsch gemacht?
- Welche Beweise wurden uebersehen / falsch gewuerdigt?
- Was ist Ihre rechtliche Sicht?
- Welche neuen Beweise gibt es?
Schritt 5 — Anwalt empfehlen
Vor dem LSG haben oft beide Seiten einen Anwalt. Sie haben zwar keinen Anwaltszwang, aber:
- Verfahren ist anspruchsvoller
- Behörde hat oft eigenen Juristen
- PKH-Antrag ueberlegen
Schritt 6 — Verfahren beim LSG
- LSG holt SG-Akte bei.
- Ggf. zusaetzliche Beweise.
- Termin zur muendlichen Verhandlung.
- Urteil.
Schritt 7 — Kosten
Verfahren am LSG ebenfalls kostenfrei (§ 183 SGG). Anwaltskosten zahlen Sie / PKH.
Worauf Sie besonders achten müssen
- Berufungsfrist 1 Monat ab Zustellung.
- Wertgrenze prüfen — wenn nicht erfuellt, Nichtzulassungsbeschwerde.
- Anwalt sehr empfohlen bei wichtigen Faellen.
- Neue Beweise sind erlaubt (anders als beim BSG).
Typische Fehler
- Wertgrenze nicht beachtet → Nichtzulassungsbeschwerde noetig
- Berufung ohne Antrag formuliert → Antrag mit formulieren
- Frist verpasst → kaum Rettung
- Begruendung unklar → konkret zu den SG-Fehlern
Quellen und Aktualitaet
Stand: 05/2026. § 144 SGG aktuell. Wertgrenze 750 EUR.