dokumenten-cockpit-schiff

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Mandant benoetigt Uebersicht aller schiffsrelevanten Dokumente: Registerauszug; Hypothekenurkunden; Zertifikate (Klasse; ISM/DOC/SMC; MLC/DMLC; ISPS/ISSC); Flaggenzertifikat; Charter; Konnossements-Template. SchRG §§ 2/8-74; FlaggRG §§ 3-5; ISM-Code; MLC 2006 Titel 5; ISPS-Code. Output: Dokumenten-Cockpit-Matrix und Faelligkeits-Kalender im Seerecht Schifffahrtsrecht: prüft konkret die einschlägigen Tatbestandsmerkmale, Fristen, Belege und Rechtsprechung. Liefert priorisierten Output mit Norm-Pinpoints, Risikoampel und nächstem Arbeitsschritt.

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/6/2026

name: dokumenten-cockpit-schiff description: "Mandant benoetigt Uebersicht aller schiffsrelevanten Dokumente: Registerauszug; Hypothekenurkunden; Zertifikate (Klasse; ISM/DOC/SMC; MLC/DMLC; ISPS/ISSC); Flaggenzertifikat; Charter; Konnossements-Template. SchRG §§ 2/8-74; FlaggRG §§ 3-5; ISM-Code; MLC 2006 Titel 5; ISPS-Code. Output: Dokumente..."

Dokumenten-Cockpit Schiff – Vollständigkeitsprüfung

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Mandantenfall

Ein neuer Schiffsfinancier übernimmt ein Schiffsportfolio und benötigt eine sofortige Übersicht aller schiffsrelevanten Dokumente und deren Laufzeiten. Eine Reederei bereitet ein Schiff auf eine Charter vor und muss gegenüber dem Charterer alle Zertifikate nachweisen. Ein Port-State-Control-Inspektor hat Mängel festgestellt; welche Dokumente fehlen oder sind abgelaufen?

Erste Schritte

  1. Registerdokumente beschaffen: Seeschiffsregisterauszug; Hypothekenurkunde; Eigentumsnachweis.
  2. Sicherheits-Zertifikate sichten: Klasse-Zertifikat (Classification Certificate); Sicherheitszeugnis (Safety Certificate) nach SOLAS.
  3. ISM-Dokumente: DOC (Document of Compliance) für Reederei; SMC (Safety Management Certificate) für Schiff; Gültigkeitsdaten prüfen.
  4. MLC-Dokumente: DMLC (Declaration of Maritime Labour Compliance) Part I und Part II; MLC-Zertifikat.
  5. Umweltzertifikate: IOPP (International Oil Pollution Prevention) Certificate; IAPP (Air Pollution Prevention); Ballastwasser-Zertifikat.
  6. Flaggenzertifikat und Fahrterlaubnis: FlaggRG §§ 3-5; BSH-Fahrterlaubnisnachweis; Schiffssicherheitsfunkzeugnis.

Rechtsrahmen

  • SchRG §§ 2/8-74: Eigentums- und Hypothekendokumentation im Schiffsregister.
  • FlaggRG §§ 3-5: Flaggenzertifikat als Nachweis des Flaggenführungsrechts.
  • ISM-Code Kap. 1-13: DOC (Reederei) und SMC (Schiff) als Pflicht-Zertifikate nach SOLAS Kap. IX.
  • MLC 2006 Titel 5 Reg. 5.1.3: MLC-Zertifikat und DMLC als Pflichtunterlagen.
  • ISPS-Code: ISSC (International Ship Security Certificate) als Nachweis des Sicherheitsplans.
  • MARPOL Annex I/II/VI: IOPP-; IONPP-; IAPP-Zertifikate für Umweltzertifizierung.

Prüfraster

  • Sind alle SOLAS-Pflichtzertifikate gültig und aktuell?
  • Ist das ISM-DOC auf das richtige Unternehmen ausgestellt?
  • Stimmen DMLC Part I (Flaggenstaat) und Part II (Reeder) überein?
  • Sind alle Zertifikate für das aktuelle Fahrtgebiet gültig?
  • Ist ein Faelligkeits-Kalender mit allen Erneuerungsdaten vorhanden?

Typische Fallstricke

  • DOC auf falsches Unternehmen ausgestellt; ISM-Verantwortung liegt tatsächlich woanders.
  • MLC-Zertifikat abgelaufen; PSC-Detention droht beim ersten Hafenanlauf.
  • IOPP-Zertifikat nicht aktualisiert nach Maschinenraumänderungen.
  • Ballastwasser-Zertifikat fehlt; seit 2017 IMO-Pflicht für alle internationalen Fahrten.

Erweiterte Normengrundlage

Zertifizierungspflichten

  • ISM-Code Kap. 3-4: DOC für den Reeder; SMC für das Schiff; Prüfungsintervalle.
  • MLC 2006 Reg. 5.1.3: DMLC Part I (Behörde) und Part II (Reeder); Gültigkeit; Erneuerung.
  • ISPS-Code Part B § 1.3: ISSC-Ausstellung durch Flaggenstaat oder RO.

Klassenwesen

  • SOLAS Kap. II-1 Reg. 3-1: Klassenpflicht; periodische Besichtigung (Annual; Special; Drydock).
  • Kl-Reg. (DNV/BV/LR/ABS): Klassen-Statuten; Auflagen; Conditionen.

Checkliste Dokumenten-Cockpit

  • Klassenzertifikat: Ausstellungsdatum; Ablaufdatum; nächste Annual Survey
  • ISM DOC: Reeder; Gültigkeitsdauer; letztes Audit
  • ISM SMC: Schiff; Gültigkeitsdauer; letztes Audit
  • DMLC Part I und II: gültig; ggf. Endorsement nach Flaggenwechsel
  • ISSC (ISPS): gültig; letzter PFSO-Kontakt
  • IOPP Certificate (MARPOL): gültig
  • ENG1-/MED-Zeugnisse der Besatzung aktuell
  • Klassen-Auflagen (Conditions of Class) dokumentiert und erfüllt

Relevante Rechtsprechung

  • OLG Hamburg zur Haftung des Reeders bei Ablauf des SMC; ISM-Code als Sorgfaltsmaßstab.
  • BGH zur Relevanz des Klassenzertifikats für die H&M-Versicherungsdeckung.
  • BVerwG zur Befugnis des BSH; abgelaufene Zertifikate führen zum Anhalten des Schiffes.

Praxishinweis

Die oben genannten Normen bilden den Mindest-Recherche-Kanon. Je nach Fallgestaltung sind ergänzend folgende Quellen heranzuziehen: (1) aktuelle BSH-Rundschreiben und Bekanntmachungen (abrufbar unter bsh.de); (2) Verwaltungsvorschriften der zuständigen Wasser- und Schifffahrtsverwaltung; (3) aktuelle Entscheidungen des LG und OLG Hamburg zu seerechtlichen Fragen (openjur.de); (4) ITLOS-Rechtsprechungsdatenbank (itlos.org). Bei internationalem Bezug ist stets zu prüfen, ob der betreffende Staat UNCLOS-, MLC- oder MARPOL-Vertragsstaat ist und ob ISAC 1952 gilt.

Quellen

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