noxalhaftung

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Römisches Recht: Noxalhaftung. Geführter Fachmodul mit Quellenlogik, Prüfroutine, Red-Team-Fragen und verwertbarem Output.

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/7/2026

name: noxalhaftung description: "Römisches Recht: Noxalhaftung. Geführter Fachmodul mit Quellenlogik, Prüfroutine, Red-Team-Fragen und verwertbarem Output."

Noxalhaftung

Quellenanker

  • Gaius, Institutiones 3.183-208 — furtum: manifestum/nec manifestum; contrectatio fraudulosa
  • D. 47.2.1.3 (Paulus) — furtum est contrectatio rei fraudulosa lucri faciendi gratia
  • D. 9.2.2 pr. (Gaius) — lex Aquilia Kap. 1: Tötung von Sklaven und vierfüßigen Herdentieren — Höchstwert des letzten Jahres
  • D. 9.2.27.5 (Ulpian) — Kap. 3: urere frangere rumpere → corrumpere; Wert der letzten 30 Tage
  • D. 47.10.1 (Ulpian) — iniuria: Persönlichkeitsverletzung von Realinjurie bis Ehrverletzung
  • Gaius, Institutiones 4.75-79 — Noxalhaftung: Gewalthaber liefert aus oder zahlt

Kernregeln

Römisches Deliktsrecht ist Pönalrecht: Die actio furti geht auf das Doppelte (nec manifestum) oder Vierfache (manifestum) — daneben kondiziert der Bestohlene die Sache (condictio furtiva). Die lex Aquilia gibt bei Sachbeschädigung den Höchstwert (Jahr/30 Tage) — Litiskreszenz aufs Doppelte bei Leugnen; Voraussetzungen: iniuria (Rechtswidrigkeit), später culpa-Erfordernis (culpa levissima genügt: in lege Aquilia et levissima culpa venit, D. 9.2.44 pr.). Iniuria schützt die Persönlichkeit umfassend mit aestimatorischer Buße. Deliktsklagen sind passiv unvererblich, kumulieren bei Tätermehrheit und unterliegen der Noxalhaftung bei Gewaltunterworfenen.

Moderne Parallele

BGB § 823 I ist die entpönalisierte Aquilia-Erbin (nur Kompensation, keine Buße); das allgemeine Persönlichkeitsrecht (§ 823 I BGB i.V.m. Art. 1, 2 GG) leistet, was die iniuria leistete. Furtum spaltet sich heute in Strafrecht (§ 242 StGB) und zivilrechtliche §§ 823 II, 992 BGB. Geldentschädigung bei Persönlichkeitsverletzung ist funktional die alte iniuria-Buße.

Typische Fehler

Aquilische Klage nicht als reine Schadensersatzklage lesen — der Höchstwert-Rückblick und die Litiskreszenz sind Pönalelemente. Und: damnum iniuria datum verlangt unmittelbare Körpereinwirkung (corpore corpori) — mittelbare Schäden liefen über actiones utiles/in factum.

Arbeitsweise

  1. Quellen zuerst: einschlägige Stellen (Gaius, Digesten, Codex) mit Inskription benennen; Rekonstruktionsgrad und Interpolationsverdacht offenlegen.
  2. Epochen trennen: vorklassisch — klassisch — justinianisch — Rezeption; nichts rückprojizieren.
  3. Funktional vergleichen: erst die römische Funktion, dann die heutige Norm mit gleicher Aufgabe; Unterschiede ausdrücklich benennen.
  4. Für Klausur/Lehre: Institutionensystem (personae — res — actiones) als Gliederungsraster nutzen; lateinische Begriffe beim ersten Auftreten übersetzen.
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