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Cessio bonorum nach der Lex Iulia: freiwillige Vermoegensabtretung des Schuldners an die Glaeubiger als Vorlaeufer der Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiungswirkung. Skill behandelt die Voraussetzungen die Privilegien des cedens und die Folgen für kuenftiges Vermoegen (beneficium competentiae). Liefert Quellenmatrix.

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/7/2026

name: cessio-bonorum-lex-iulia description: "Cessio bonorum nach der Lex Iulia: freiwillige Vermögensabtretung des Schuldners an die Gläubiger als Vorlaeufer der Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiungswirkung. Skill behandelt die Voraussetzungen die Privilegien des cedens und die Folgen für kuenftiges Vermoegen (beneficium competentiae)...."

Rom 111 Cessio Bonorum Lex Iulia

Quellenanker

  • Gaius, Institutiones 3.77-81 — bonorum venditio: Gesamtvermögensverkauf an den bonorum emptor
  • D. 42.4 / 42.5 — missio in bona: Einweisung der Gläubiger; Rangfolge und Privilegien
  • C. 7.71 — cessio bonorum (lex Iulia): freiwillige Vermögensabtretung schützt vor Personalexekution und Infamie
  • D. 27.10.5 / 42.5.39 — bonorum distractio: schonender Einzelverkauf statt Gesamtverwertung

Kernregeln

Römisches 'Insolvenzrecht': Auf Antrag weist der Prätor die Gläubiger in das Schuldnervermögen ein (missio in bona — Beschlagnahme), ein magister bonorum organisiert die bonorum venditio: Gesamtverkauf an den Meistbietenden (bonorum emptor wird Universalsukzessor und zahlt die Quote). Folge für den Schuldner: infamia. Die cessio bonorum (lex Iulia, augusteisch) erlaubt dem redlichen Schuldner die freiwillige Abtretung — keine Infamie, kein Schuldturm, beneficium competentiae (Pfändungsschutz fürs Existenzminimum). Für Senatoren u. a. die mildere bonorum distractio (Einzelverwertung durch curator).

Moderne Parallele

InsO-Parallelen Schritt für Schritt: missio = Sicherungsmaßnahmen/Eröffnung §§ 21, 80 InsO; magister/curator = (vorläufiger) Insolvenzverwalter; venditio als übertragende Sanierung; cessio bonorum = Restschuldbefreiungsgedanke §§ 286 ff. InsO; beneficium competentiae = Pfändungsfreigrenzen §§ 850 ff. ZPO.

Typische Fehler

Die Quote des bonorum emptor nicht mit moderner quotaler Verteilung verwechseln — der emptor KAUFTE das Vermögen gegen Quotenzusage an die Gläubiger; er war Spekulant, nicht Amtswalter.

Arbeitsweise

  1. Quellen zuerst: einschlägige Stellen (Gaius, Digesten, Codex) mit Inskription benennen; Rekonstruktionsgrad und Interpolationsverdacht offenlegen.
  2. Epochen trennen: vorklassisch — klassisch — justinianisch — Rezeption; nichts rückprojizieren.
  3. Funktional vergleichen: erst die römische Funktion, dann die heutige Norm mit gleicher Aufgabe; Unterschiede ausdrücklich benennen.
  4. Für Klausur/Lehre: Institutionensystem (personae — res — actiones) als Gliederungsraster nutzen; lateinische Begriffe beim ersten Auftreten übersetzen.
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