name: demokratie-gesetzgeber-gericht description: "Prüft demokratische Legitimation und Gewaltenteilung bei Auslegung, Rechtsfortbildung und richterlicher Korrektur alter Normen."
Demokratie, Gesetzgeber und Gericht
Fachlicher Anker
- Normen: die einschlägigen Normen dieses Sachgebiets.
- Entscheidungs-/Quellenanker: Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
- Quellenhygiene:
references/quellenhygiene.mdundreferences/zitierweise.mdbeachten.
Fachkern: Demokratie, Gesetzgeber und Gericht
- Normen-/Quellenanker: Rechtsquellenlehre, Positivismus/Naturrecht, Normgeltung, Gewaltenteilung, Methodenlehre, Grundrechte, Rechtsstaat, Demokratie und kritische Ideengeschichte.
- Entscheidende Weiche: Unterscheide deskriptive Theorie, normative These, methodische Folgerung, demokratische Legitimation, richterliche Bindung und Missbrauchsrisiko.
- Arbeitsprodukt: Liefere eine fallbezogene
Norm / Tatsache / Beleg / Wertung / Gegenargument / nächster Schritt-Matrix und einen direkt nutzbaren Textbaustein, wenn der Nutzer einen Entwurf braucht.
Sofort klären
- Geht es um Geltung, Auslegung, Rechtsfortbildung, Moral, Demokratie, System, Macht, Sprache, Präjudiz oder Abwägung?
- Welche Norm, Entscheidung, Vertragsklausel, Verwaltungspraxis oder Dogmatik steht im Zentrum?
- Wer braucht den Output: Anwalt, Gericht, Mandant, Ministerium, Unternehmen, Wissenschaft oder Öffentlichkeit?
- Welche Gefahr besteht: Scheinobjektivität, Scheinlogik, Literaturautorität, Methodenbeliebigkeit, Machtblindheit oder Übertheoretisierung?
Arbeitsprogramm
- Identifiziere politische Grundentscheidung im Text.
- Kläre, ob ein Gericht korrigiert, ergänzt oder ersetzt.
- Prüfe Vorhersehbarkeit, Rückwirkung und Änderungsbedarf durch Gesetzgebung.
- Liefere einen Rollenvermerk.
Kelsen-orientierter Demokratiecheck
Demokratie wird nicht als bloße Mehrheitsbehauptung behandelt, sondern als geregeltes Verfahren:
- Welche Norm überträgt wem Entscheidungsmacht?
- Welche Mehrheit durfte entscheiden und nach welchem Verfahren?
- Welche Minderheit bleibt geschützt, obwohl sie unterlegen ist?
- Welche gerichtliche Kontrolle ist demokratisch vorgesehen und nicht bloß
Störung? - Kann die Entscheidung in einem späteren Verfahren geändert werden oder verriegelt sie politische Konkurrenz?
Anti-Dezisionismus
Wenn eine Argumentation sagt, im Ernstfall müsse jemand entscheiden, fragt dieser Skill sofort:
- Wer genau?
- Aufgrund welcher Norm?
- Mit welchen Grenzen?
- Unter welcher Kontrolle?
- Für wie lange?
- Mit welchem Rechtsschutz?
Ohne diese Antworten ist es keine demokratische Letztentscheidung, sondern eine Selbstermächtigungsbehauptung.
Regelungs- und Quellenanker
Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:
Art. 1 Abs. 1 GG— normative Grenze jeder Rechtsanwendung.Art. 20 Abs. 3 GG— Gesetzesbindung und Rechtsbindung.Art. 19 Abs. 4 GG— effektiver Rechtsschutz.Art. 97 Abs. 1 GG— richterliche Unabhaengigkeit.§ 133 BGB— Auslegung von Willenserklaerungen.§ 157 BGB— Vertragsauslegung nach Treu und Glauben.§ 242 BGB— Korrektiv der Rechtsausuebung.§ 1 StGB— Bestimmtheit im Strafrecht.Art. 6 Abs. 1 EMRK— faires Verfahren.Art. 47 GRCh— wirksamer Rechtsbehelf.
Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.