name: gleichstellungs-gendercheck-handelsregister description: "Fachmodul Gleichstellungs- und Gendercheck nach § 1 BGleiG und § 2 GGO. Beschreibt die Pflicht zur geschlechterdifferenzierten Folgenabschaetzung wann ein Gendercheck zwingend ist und wie die NKR-Prüfung sich darauf bezieht. Mit Prüfraster Mustertexten und Standardargumenten im Normenkontrollra..."
NKR-Gleichstellungs- und Gendercheck
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Worum geht es konkret
Nach BGleiG und GGO ist bei Bundesregelungsvorhaben eine gleichstellungspolitische Folgenabschaetzung durchzufuehren. Sie prüft, ob das Vorhaben auf Frauen und Maenner unterschiedliche Auswirkungen hat. Der NKR prüft die methodische Konsistenz mit dem Erfuellungsaufwand.
Wann dieses Modul hilft / Kaltstart-Fragen
- Vorhaben adressiert Privatpersonen
- Vorhaben hat arbeitsmarktpolitischen Bezug
- Vorhaben hat familienpolitischen Bezug
- Vorhaben adressiert Gesundheit, Bildung, Soziales
- Vorhaben mit unterschiedlichen Auswirkungen je Adressatengruppe
Rueckfrage nur wenn unklar: "Welche Personenkategorie ist primaer adressiert?"
Rechtlicher und methodischer Rahmen
- § 1 BGleiG — Bundesgleichstellungsgesetz, Auftrag zur Gleichstellung
- § 2 GGO — Gleichstellungsorientierte Gesetzesfolgenabschaetzung
- § 44 Abs. 1 Nr. 7 GGO — gleichstellungspolitische Auswirkungen
- Arbeitshilfe Gender Mainstreaming bei der Vorbereitung von Rechtsvorschriften (BMFSFJ, jeweils aktuelle Fassung)
- CEDAW (UN-Frauenrechtskonvention)
- EU Gleichstellungsstrategie (jeweils aktuelle Fortschreibung)
- NKRG § 4
Prüfraster / Schritt für Schritt
1. Betroffenheits-Test
- Sind Personen adressiert?
- Sind Frauen / Maenner / nicht-binaere Personen in unterschiedlichem Mass betroffen?
- Welche Daten / Statistiken belegen die unterschiedliche Betroffenheit?
2. Wirkungs-Analyse
- Welche unterschiedlichen Wirkungen entstehen?
- Sind sie beabsichtigt oder unbeabsichtigt?
- Sind sie geeignet, Diskriminierung zu beseitigen oder zu vertiefen?
3. Differenzierte Aufwandsdarstellung
- Falls relevant: differenzierte Aufwandsschaetzung (z.B. Buerger-Aufwand nach Geschlecht)
- In der Regel nicht zwingend, aber dokumentationspflichtig
4. Begruendungsteil
- Ergebnis der Gleichstellungspruefung in der Begruendung
- Quellen / Statistiken belegen
- Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung, soweit möglich
5. Hinweis im NKR-Stellungnahme
- Konsistenz mit Erfuellungsaufwand
- Hinweis auf Luecken in der Darstellung
NKR-Sicht — was triggert eine kritische Stellungnahme
- Gleichstellungspruefung fehlt
- "Keine geschlechterdifferenzierten Auswirkungen" ohne Belege
- Statistiken nicht aufbereitet
- Differenzielle Wirkung wird verschleiert
- Erfuellungsaufwand-Darstellung methodisch inkonsistent mit Gleichstellung
- Maßnahmen zur Förderung fehlen, obwohl möglich
Trade-off-Matrix
| Bewertungspunkt | Plus | Minus |
|---|---|---|
| Geschlechterdifferenzierte Daten | vorhanden | fehlen |
| Wirkungsanalyse | konkret | pauschal |
| Foerdermassnahmen | vorgesehen | nicht thematisiert |
| Begruendungstiefe | nachvollziehbar | Schein-Prüfung |
| Konsistenz mit Erfuellungsaufwand | gewahrt | inkonsistent |
Mustertexte / Stellungnahme-Bausteine
- "Das Vorhaben adressiert [Personengruppe]. Die ressortseitige gleichstellungspolitische Folgenabschaetzung kommt zum Ergebnis, dass [Aussage]. Der NKR haelt die Darstellung für methodisch tragfaehig."
- "Der NKR weist darauf hin, dass die Auswirkungen des Vorhabens auf Frauen und Maenner in der Begruendung nur qualitativ dargestellt sind. Eine geschlechterdifferenzierte Datengrundlage waere wuenschenswert."
- "Der NKR sieht im Vorhaben keine erkennbar gleichstellungspolitisch relevanten Aspekte; die ressortseitige Prüfung gemäß § 2 GGO ist nachvollziehbar dokumentiert."
- "Die geschlechterdifferenzierte Folgenabschaetzung ist nicht Gegenstand der Prüfung des NKR im engeren Sinne; soweit sie für die Konsistenz der Folgenabschaetzung relevant ist, wird sie kommentiert."
Typische Fehler in Ressort-Entwuerfen
- "Keine geschlechterdifferenzierten Auswirkungen erkennbar" als Pauschalformulierung
- Prüfung nicht dokumentiert
- Statistiken nicht beigebracht
- Unterschiedliche Betroffenheit nicht thematisiert
- Foerdermassnahmen nicht erwogen, obwohl möglich
Quellen Stand 06/2026
- § 1 BGleiG
- § 2 GGO, § 44 Abs. 1 Nr. 7 GGO
- Arbeitshilfe Gender Mainstreaming bei der Vorbereitung von Rechtsvorschriften (BMFSFJ, jeweils aktuelle Fassung)
- CEDAW (UN-Frauenrechtskonvention)
- EU Gleichstellungsstrategie (jeweils aktuelle Fortschreibung)
- NKRG vom 14.08.2006 (BGBl. I S. 1866) § 4
- NKR-Jahresbericht (jeweils aktuelle Ausgabe)
- Live verifizieren über www.bmfsfj.de und www.normenkontrollrat.bund.de