name: liquiditaetsvorschau-3-6-12-monate description: "Rollierende Liquiditaetsvorschau für 3/6/12 Monate mit Fortfuehrungsprognose, Wochenraster, Excel-Export und Quellenhygiene. Rechtsprechung nur nach Live-Prüfung."
Rollierende Liquiditätsvorschau 3/6/12 Monate mit Fortführungsprognose (§§ 17, 19 InsO)
Fachkern: Rollierende Liquiditätsvorschau 3/6/12 Monate mit Fortführungsprognose (§§ 17, 19 InsO)
- Normen-/Quellenanker: InsO §§ 17, 18, 19, 15a, StaRUG-Früherkennung, IDW-S-6-/Planungslogik, 3-Wochen- und 13-Wochen-Forecast, Zahlungsstatus und Fortbestehensprognose.
- Entscheidende Weiche: Trenne fällige Verbindlichkeiten, liquide Mittel, harte Zahlungszusagen, Planannahmen, Quote/Lücke, Organpflicht und Dokumentationsspur.
Zweck
Dieser Skill erzeugt aus dem typischerweise vorhandenen, oft unstrukturierten Material einer kleinen Kapitalgesellschaft (offene Rechnungen, Bankauszüge, BWA, SuSa, Zahlungserwartungen, Kreditverträge, Daueraufträge, Sozialversicherungs- und Steuerbescheide) eine rollierende Liquiditätsvorschau mit folgenden Funktionen:
- Wochenraster (Mo–So) über drei Horizonte:
- Kurzfristhorizont 13 Wochen (3 Monate) – primär für § 17 InsO (Zahlungsunfähigkeit).
- Mittelfristhorizont 26 Wochen (6 Monate) – Brücke zwischen Zahlungsfähigkeit und Fortführungsprognose.
- Langfristhorizont 52 Wochen (12 Monate) – Grundlage Fortbestehensprognose nach § 19 Abs. 2 InsO und Fortführungsprognose nach IDW S 6.
- Automatische Insolvenzreife-Ampel für jede Woche:
- Grün: Liquide Mittel > 110 % der in der Folgewoche fällig werdenden Verbindlichkeiten.
- Gelb (Zahlungsstockung): Lücke < 10 % oder Lücke ≥ 10 %, aber innerhalb von 3 Wochen schließbar.
- Livecheck: Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben; die Ampel selbst funktioniert zunächst mit Zahlen und Normtext.
Fortbestehens- und Sanierungsbrücke: 12-Monats-Auswertung für § 19 InsO plus Übergabe in eine Sanierungsplanung auf IDW-S-6-Niveau. Die Liquiditätsvorschau allein ist noch kein Sanierungskonzept; sie muss bei Bedarf mit GuV, Planbilanz, Maßnahmenlog und Leitbild verzahnt werden.
Excel-Export: Die Tabelle wird über
werkzeuge/build_liquiditaetsplan.pyalsliquiditaetsplan.xlsxexportiert. Cloud-Bedienung über interaktive Tabelle möglich; Werte mit Excel-Formeln, nicht hartcodiert. Das Skript läuft mit reiner Python-Standardbibliothek — keinpip installnötig. PyYAML wird automatisch erkannt, sonst kommt ein eingebauter Mini-YAML-Parser zum Einsatz.
Anwendungsfälle: Krisen-GmbH/UG, Mittelstand mit Bugwellen-Liquidität, Vorbereitung Sanierungsgespräch mit Hausbank, Dokumentation Fortbestehensprognose für § 19 InsO, Vorbereitung StaRUG-Restrukturierungsverfahren, regelmäßige wöchentliche Geschäftsführer-Sitzung.
Bezugsquellen der Eingabedaten
Bevor Werte geschätzt werden, dem Nutzer zuerst genau diese Frage stellen:
Wie sollen die Bankdaten und offenen Posten einfließen — manuell, per Datei-Import (CAMT.053, MT940, CSV-Bankexport, DATEV-OPOS), oder über einen verbundenen Bankzugang (PSD2 / FinTS / vorhandener Connector)?
- Manuell: Nutzer trägt Werte im Padlet, Markdown-Artefakt oder Chat ein. Stets zulässig.
- Datei-Import: Akzeptiert werden CAMT.053, MT940, CSV des Onlinebankings, DATEV-OPOS-Exporte (Offene Posten Debitoren/Kreditoren). Der Skill liest die Daten ein und ordnet sie nach Fälligkeitsdatum den Wochenbuckets zu.
- Connector: Vor jedem Versuch
list_external_toolsmit Suchbegriffen wiebanking,psd2,fintap,gocardlessaufrufen. Wenn ein Connector verfügbar ist, dem Nutzer Datenherkunft und Drittlandtransfer-Risiken (DSGVO Art. 44 ff.) transparent erläutern. Wenn nicht, höflich auf manuell oder Datei-Import zurückfallen.
Mandatsgeheimnis (§§ 203/204 StGB, § 43e BRAO) beachten.
Format- und Padlet-Wahl
Einmalig am Anfang fragen:
Ergebnisformat: nur Excel-Tabelle (Standard), Excel + interaktives HTML-Padlet zur fortlaufenden Pflege, oder Excel + Markdown-Artefakt? Memo erst auf Anfrage.
Antwort merken, nicht erneut fragen. Default bei Schweigen: Excel + HTML-Padlet.
Eingaben
Strukturiert oder unstrukturiert; das Modell soll robust extrahieren:
- Stammdaten Gesellschaft: Rechtsform, Branche, Mitarbeiterzahl, Jahresumsatz, Hausbank, Stichtag.
- Eröffnungsbestand liquider Mittel: Kontostände, Kasse, Tagesgeld, ungenutzte Kreditlinien (mit Laufzeit und Konditionen).
- Offene Verbindlichkeiten (Kreditorenliste): Lieferant, Fälligkeitsdatum, Betrag, Mahnstufe, Stundungen.
- Offene Forderungen (Debitorenliste): Kunde, Rechnungsdatum, Fälligkeit, voraussichtlicher Zahlungseingang, Ausfallrisiko.
- Dauerverpflichtungen: Miete, Pacht, Leasing, Personal (Lohn, Gehalt, AG-Anteil SV), Krankenkassenbeiträge (monatliche Drittellast), Lohnsteuer, Strom/Gas, Versicherungen.
- Steuern: Umsatzsteuer-Vorauszahlung/-Erstattung (mit Voranmeldungsturnus, ggf. Dauerfristverlängerung), Körperschaftsteuer-Vorauszahlung, Gewerbesteuer-Vorauszahlung, Rückstände beim Finanzamt.
- Kreditverträge: Tilgung, Zins, Sondertilgung, Covenants (z.B. EK-Quote, Leverage), Avalrahmen.
- Geplante Investitionen/Desinvestitionen: CapEx, Maschinenverkauf, Sale-and-Lease-back.
- Auftragsbestand: zugesagte Aufträge mit Lieferzeitpunkt, voraussichtlichem Zahlungsziel, Abschlagszahlungen.
- Bankauszüge der letzten 3–6 Monate (für saisonale Muster und Plausibilität).
- BWA und SuSa (siehe Schwester-Skill
bwa-sus-bilanz-pruefung).
Wenn Daten lückenhaft sind: Annahmen explizit dokumentieren, sensitivitätsanalysieren (Best/Base/Worst).
Rechtlicher Rahmen
Primärnormen
- § 17 InsO – Zahlungsunfähigkeit: Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen; in der Regel anzunehmen, wenn er seine Zahlungen eingestellt hat.
- § 18 InsO – Drohende Zahlungsunfähigkeit: Voraussichtliche Unfähigkeit zur Erfüllung im Zeitraum 24 Monate (Prognose).
- § 19 InsO – Überschuldung: Vermögen deckt Verbindlichkeiten nicht, es sei denn Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich (positive Fortbestehensprognose). Prognosehorizont 12 Monate — die SanInsKG-Verkürzung auf 4 Monate galt nur bis 31.12.2023; seit 01.01.2024 wieder Regelfall 12 Monate. Eine erneute Verkürzung ist Stand Mai 2026 nicht in Kraft.
- § 15a InsO – Insolvenzantragspflicht: 3 Wochen ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit, 6 Wochen ab Eintritt der Überschuldung.
- § 15b InsO – Zahlungsverbote nach Insolvenzreife.
- § 1 StaRUG – Krisenfrüherkennung: Pflicht der Geschäftsleitung zur fortlaufenden Krisenüberwachung; Frühwarnsystem mit 24-Monats-Horizont.
Leitentscheidungen (Stand Mai 2026, vor Verwendung über amtliche/freie Quelle live verifizieren)
- BGH, Urteil vom 24.05.2005 - IX ZR 123/04 — Abgrenzung Zahlungsstockung/Zahlungsunfähigkeit; Liquiditätslücke von 10 Prozent oder mehr regelmäßig kritisch, wenn sie nicht kurzfristig nahezu vollständig geschlossen werden kann.
- BGH, Urteil vom 19.12.2017 - II ZR 88/16 — Liquiditätsstatus und Liquiditätsbilanz; Einbeziehung der innerhalb von drei Wochen fällig werdenden und eingeforderten Verbindlichkeiten (Passiva II).
- BGH, Urteil vom 28.06.2022 - II ZR 112/21 — Darlegung der Zahlungsunfähigkeit mit geordneter Liquiditätsgegenüberstellung und Buchhaltungsunterlagen; Belege und Zahlenbasis wichtiger als Scheingenauigkeit.
- Livecheck-Regel: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen, Randnummer/Sachverhalt und tragende Aussage über
bundesgerichtshof.de,dejure.orgoder eine Nutzerquelle verifizieren.
Zitierweise: Pinpoint mit Randnummer; jüngere BGH-Entscheidungen zuerst; keine US-stare-decisis-Logik; keine pretrial discovery.
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Berufsständischer Hintergrund (nicht im Vordergrund zitieren)
- IDW S 11 (Stand 12.08.2021), Tz. 16 f., 31–37 — Beurteilung des Eröffnungsgrundes der Zahlungsunfähigkeit.
- IDW S 6 — Anforderungen an Sanierungskonzepte und integrierte Planung. Hier nur Hintergrundmaßstab, der die BGH-Belege nicht ersetzt.
Ablauf
Schritt 0 – Format und Datenquelle Format-Wahl (Abschnitt Format- und Padlet-Wahl) und Banking-Wahl (Abschnitt Bezugsquellen der Eingabedaten) klären. Antworten merken.
Schritt 1 – Datenaufnahme
- Nutzer-Input parsen: PDFs (Bankauszüge, Rechnungen), CSV (Buchhaltungsexport), freier Text.
- Strukturieren in: (a) Anfangsbestand, (b) Einzahlungs-Buckets (Kundenforderungen, USt-Erstattungen, sonstige), (c) Auszahlungs-Buckets (Personal, SV, Lohnsteuer, USt-Zahlung, KSt/GewSt, Lieferanten, Miete, Leasing, Zins+Tilgung, sonstiges).
- Ausfallrisiko-Score für Debitoren (Top-Kunden, Mahnstand, Branche).
Schritt 2 – Wochenraster bauen
- Spalten: KW (Mo–So) ab KW Stichtag, Anfangsbestand Bank, + Einzahlungen je Bucket, − Auszahlungen je Bucket, Endbestand, fällige Verbindlichkeiten in Folgewoche, 3-Wochen-Lücke (kumuliert), Lücken-Quote in %, Ampel.
- Drei Sheets:
13-Wochen,26-Wochen,52-Wochen. Letzteres monatlich aggregiert ab Monat 4.
Schritt 3 – 3-Wochen-Test (§ 17 InsO)
- Pro Woche: berechne
Lücke = max(0, fällige Verbindlichkeiten − verfügbare Mittel). - Berechne
Lücke_3W = Summe der ungedeckten fälligen Verbindlichkeiten in t, t+1, t+2 minus erwartete Zugänge in t+1, t+2. - Berechne
Quote = Lücke_3W / fällige Verbindlichkeiten in t. Ampel = rotwenn Quote ≥ 10 % und Lücke_3W am Ende der Periode nicht null;gelbwenn Quote ≥ 10 %, aber binnen 3 Wochen schließbar; sonstgrün.
Schritt 4 – Sensitivität (Best/Base/Worst)
- Drei Spalten parallel: Zahlungseingang 100 %, 80 %, 60 % der Forderungen.
- Drei Spalten parallel: Auftragsausführung wie geplant, −10 %, −25 %.
- Ergebnis: Ampel je Szenario.
Schritt 5 – Fortbestehensprognose und Sanierungsbrücke (12 Monate)
- Aggregation auf Monatsebene; Übergang zu Ertrags- und Bilanzplanung (verzahnt).
- Prüfe zuerst die insolvenzrechtliche Fortbestehensprognose: bleibt die Zahlungsfähigkeit im Prognosezeitraum überwiegend wahrscheinlich erhalten?
- Prüfe danach, ob die Vorschau in eine Sanierungsplanung überführt werden muss. Das ist regelmäßig der Fall bei Bankgespräch, StaRUG, Schutzschirm, Eigenverwaltung, Insolvenzplan oder wenn Gläubiger einen Sanierungsnachweis verlangen.
- Für die Sanierungsbrücke sind diese Kernelemente abzuhaken:
- Ausgangslage: Unternehmensstruktur, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Datenstand.
- Krisenstadium und Ursachen: Stakeholder-, Strategie-, Produkt-/Absatz-, Erfolgs-, Liquiditäts- oder Insolvenzkrise; Ursachen nicht nur Symptome.
- Leitbild des sanierten Unternehmens: Geschäftsmodell, Markt, Kostenbasis, Organisation, Finanzierung und Risikoprofil nach Sanierung.
- Maßnahmen: Innenfinanzierung, Außenfinanzierung, leistungswirtschaftliche und finanzwirtschaftliche Beiträge mit Kosten, Timing, Effekt und Belegstatus.
- Integrierte Planung: GuV, Planbilanz und Liquidität; Working Capital, Steuern, Zinsen, Tilgung, Mindestliquidität.
- Szenarien: Base Case und plausible Downside; bei hoher Unsicherheit weitere Sensitivitäten.
- Ergebnis: positive/negative Fortbestehensprognose und getrennt davon tragfähige/nicht tragfähige Sanierungsfähigkeit.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben; wenn der konkrete Nachweis nicht live geprüft ist, als Prüfpunkt markieren.
Wenn ein Sanierungskonzept oder eine Bankunterlage gewünscht ist, nach dem Excel-Export an idw-s6-integrierte-sanierungsplanung übergeben. Die Vorschau liefert dann die Cash-Seite, nicht die gesamte Sanierungsbegründung.
Schritt 6 – Abgrenzung handelsbilanzielle vs. insolvenzrechtliche Überschuldung
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben; wenn der konkrete Nachweis nicht live geprüft ist, als Prüfpunkt markieren.
- Qualifizierter Rangrücktritt (§ 39 Abs. 2 InsO) eliminiert Verbindlichkeit aus dem Status.
- Stille Reserven (insb. Sachanlagen, selbst erstellte immaterielle WG) sind zu aktivieren.
- Stille Lasten (Rückstellungsbedarf, Prozessrisiken, Bürgschaften) sind anzusetzen.
- Ergebnis: Insolvenzfähige Überschuldung nur, wenn rechnerische Unterdeckung und negative Fortführungsprognose.
Schritt 7 – Ergebnis ausliefern
- Immer: Excel-Datei
Liquiditaetsplan-<Firma>-KW<t>.xlsxauf Basis vonassets/excel/Liquiditaetsplan-Wochenbasis.xlsxbefüllen. Vorgegebenes Layout (Kategorien-Zeilen × KW-Spalten) nicht verändern. BGH-Block ab Zeile 42 (Aktiva I/II, Passiva I/II, Lücke abs., Lücke %, Ampel) und Block "Offene Forderungen" behalten. Formeln verwenden, nicht hartcodieren. - Wenn HTML-Padlet gewählt: zusätzlich
liquiditaets-padlet-<Firma>-KW<t>.htmlausassets/padlet/liquiditaets-padlet.htmlableiten (single-file, autark, localStorage, JSON-Export/Import, Live-Ampel nach BGH-Schema). - Wenn Markdown-Artefakt gewählt:
liquiditaets-artefakt-<Firma>-KW<t>.mdauf Basis vonassets/markdown/liquiditaets-artefakt-vorlage.mdausfüllen. - Bei jeder Folgemeldung des Nutzers das gewählte Artefakt aktualisieren und die neue Version unter demselben Asset-Namen liefern.
Schritt 8 – Memo (nur auf Anfrage) Erst nach Auslieferung der Vorschau anbieten:
Soll ich zusätzlich ein Kurz-Memo im Gutachtenstil mit Subsumtion nach §§ 17, 19 InsO erstellen?
Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben; wenn der konkrete Nachweis nicht live geprüft ist, als Prüfpunkt markieren.
Ausgabeformat
- Excel (immer) auf Basis von
assets/excel/Liquiditaetsplan-Wochenbasis.xlsx. KW-Spalten × Kategorien-Zeilen wie in der Vorlage; BGH-Block (Aktiva I/II, Passiva I/II, Lücke abs., %, Ampel) ab Zeile 42; Block "Offene Forderungen"; Hinweise zur BGH-Rspr. SheetLiquiditätsplan(Werte) und SheetBGH-Schema(Erläuterung). Wochenstichtag = Freitag. - HTML-Padlet (auf Wunsch): autarke single-file HTML aus
assets/padlet/liquiditaets-padlet.html, live rechnend, localStorage-Speicher, JSON-Export/-Import. - Markdown-Artefakt (auf Wunsch):
assets/markdown/liquiditaets-artefakt-vorlage.mdals Vorlage; bei jeder Folgemeldung neu geschrieben. - Memo (nur auf Anfrage): Kurz-Gutachten im Gutachtenstil, höchstens zwei Seiten, DOCX oder Markdown nach Wahl.
- Hinweispflicht § 102 StaRUG wenn nicht-Geschäftsleiter beauftragt (z. B. Steuerberatermandat) — Textbaustein anbieten.
Beispiel
Sachverhalt: Edelholz Manufaktur Berlin GmbH, 20 Mitarbeiter, Jahresumsatz 2,1 Mio. EUR, Stichtag 18.05.2026, Kontostand 18.500 EUR, Kontokorrent 150.000 EUR zu 92 % ausgeschöpft, offene LuL 187.000 EUR (davon 64.000 EUR überfällig), SV-Rückstand 38.000 EUR, USt-Vorauszahlung 14.200 EUR fällig 10.06.2026, Großauftrag 145.000 EUR mit Lieferung KW 28 und Zahlungsziel 30 Tage netto.
Gutachtenstil:
Die Prüfung stützt sich auf die BGH-Linie zur Liquiditätslücke, zum Drei-Wochen-Zeitraum und zu Passiva II; konkrete Zitate werden erst nach Livecheck ausgegeben.
Handlungsempfehlung: Antragspflicht 3 Wochen ab Eintritt § 17 InsO (KW 22) bzw. 6 Wochen ab § 19 InsO. Parallel Prüfung StaRUG-Restrukturierungsrahmen nur möglich bei rein drohender Zahlungsunfähigkeit – nicht mehr eröffnet, wenn § 17 InsO bereits eingetreten ist. Hinweis nach § 102 StaRUG durch beauftragten Steuerberater zu erteilen.
Risiken und typische Fehler
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben; wenn der konkrete Nachweis nicht live geprüft ist, als Prüfpunkt markieren.
- 3-Wochen-Frist statisch rechnen: Die Frist läuft ab dem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit, nicht ab Erstellung des Liquiditätsplans.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben; wenn der konkrete Nachweis nicht live geprüft ist, als Prüfpunkt markieren.
- Kreditlinien unkritisch ansetzen: Nur zugesagte und ziehungsfähige Linien zählen; gekündigte oder ausgeschöpfte Linien nicht.
- Großaufträge ohne Zahlungseingangsrisiko ansetzen: Realistische Annahmen mit Ausfall- und Skonto-Quoten; immer Sensitivität (Worst Case).
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle ausgeben; wenn der konkrete Nachweis nicht live geprüft ist, als Prüfpunkt markieren.
- USt- und LSt-Rückstände kleinreden: Diese sind starke Insolvenzindizien und führen oft zur Anzeige durch Finanzamt/Krankenkasse (§ 15a Abs. 4 InsO).
- Personalkosten unterschätzen: Lohn + AG-Anteil SV + KK-Beiträge = ca. 1,28× Bruttolohn; monatliche Drittellast SV-Beiträge.
- SanInsKG-Stand übersehen: Prognosehorizont § 19 InsO war zwischen 09.11.2022 und 31.12.2023 auf 4 Monate verkürzt. Seit 01.01.2024 gilt wieder der reguläre Prognosezeitraum von 12 Monaten. Stand Mai 2026: keine erneute Verkürzung in Kraft. Am Bewertungsstichtag dennoch verifizieren.
Quellenpflicht
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Übergabe
- Bei 🔴 § 17 InsO sofort an
zahlungsunfaehigkeit-pruefung-17-insoundantragspflicht-15a-inso(Plugininsolvenzrecht). - Bei indizierter insolvenzrechtlicher Überschuldung an
überschuldung-prüfung-19-inso(Plugininsolvenzrecht). - Für die wochenaktuelle Kurzfrist-Sicht: Schwester-Skill
liquiditaetsvorschau-3wochen(dieses Plugin). - Für die gerichtsfeste Liquiditätsbilanz als Beweismittel:
liquiditaetsvorschau-insolvenzrechtlich(dieses Plugin). - Für Sanierungskonzept- und Bankfähigkeit:
idw-s6-integrierte-sanierungsplanung(dieses Plugin).
Triage — Liquiditaetsvorschau Einordnung
Bevor losgelegt wird, klaere:
- Zweck der Vorschau? ZU-Prüfung § 17 InsO (3-Wochen-Fenster) → insolvenzrechtliche Vorschau; Fortbestehensprognose § 19 InsO (12 Monate); Gläubigernachweis (13-Wochen-Vorschau); Bankverhandlung (24 Monate)?
- Methode? Direkte Methode (Cash-In / Cash-Out) für insolvenzrechtliche Zwecke; indirekte Methode (EBIT-Ableitung) für langfristige Unternehmensplanung.
- Datenbasis? OPOS (offene Posten), Kontoauszuege, Steuer- und SV-Verbindlichkeiten — alle aktuell?
- Stichtag? Für InsO-Beurteilung tag-genau festlegen; für Prognose ab aktuellem Tag.
- Sanierungsmassnahmen einbeziehen? Stundungen, Zuschuss, neue Kreditlinie — nur wenn verbindlich zugesagt.
Output-Template 13-Wochen-Liquiditaetsvorschau
Adressat: Insolvenzgericht / Gläubigerausschuss / Bank — Tonfall: sachlich-betriebswirtschaftlich
13-WOCHEN-LIQUIDITAETSVORSCHAU (direkte Methode)
Gesellschaft: [FIRMA] Erstellt: [DATUM] Ersteller: [NAME]
Woche | Anfangsbestand | Einzahlungen | Auszahlungen | Endbestand | Kreditlinie | Freie Liqui
1 | EUR [XXX] | EUR [YYY] | EUR [ZZZ] | EUR [AAA] | EUR [BBB] | EUR [CCC]
2 | ... | ... | ... | ... | ... | ...
13 | ... | ... | ... | ... | ... | ...
AMPEL-STATUS:
Wochen 1-4 (kurzfristig): [GRUEN / GELB / ROT]
Wochen 5-9 (mittelfristig): [...]
Wochen 10-13 (langfristig): [...]
ENGPAESSE: [Beschreibung kritischer Wochen und Gegenmassnahmen]
ANNAHMEN: [Auflistung der Schluesselannahmen]