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StaRUG-konformes KPI-Set und Ampelsystem für Krisenfrueherkennung definieren: Berater oder GF braucht messbare Schwellenwerte für Krisen-Monitoring. Normen: § 1 StaRUG (Frueherkennungspflicht), IDW PS 340 n.F. Prüfraster: Liquiditaetsreichweite, EBITDA-Coverage, Net-Debt-EBITDA, Covenant-Headroom, DSCR — numerische Schwellen gruen/gelb/rot, Berechnungsformeln, Eskalationslogik. Output KPI-Dashboard-Template, Ampelsystem-Beschreibung, Schwellenwert-Dokumentation. Abgrenzung: Fruehwarnsystem-Architektur siehe fruehwarnsystem-architektur-zwei-jahres-horizont; Liquiditaetsplanung siehe rollierende-liquiditaetsplanung-24-monate-template im Krisenfrueherkennung Starug: prüft konkret die einschlägigen Tatbestandsmerkmale, Fristen, Belege und Rechtsprechung. Liefert priorisierten Output mit Norm-Pinpoints, Risikoampel und nächstem Arbeitsschritt.

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/6/2026

name: kennzahlenset-und-ampelsystem-starug-konform description: "StaRUG-konformes KPI-Set und Ampelsystem für Krisenfrueherkennung definieren: Berater oder GF braucht messbare Schwellenwerte für Krisen-Monitoring. Normen: § 1 StaRUG (Frueherkennungspflicht), IDW PS 340 n.F. Prüfraster: Liquiditaetsreichweite, EBITDA-Coverage, Net-Debt-EBITDA, Covenant-Headroom..."

Kennzahlenset und Ampelsystem — StaRUG-konform

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: StaRUG; § 1 StaRUG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Spezialwissen

Ein Ampelsystem ohne kalibrierte Schwellenwerte ist eine Farbenspielerei ohne Steuerungsnutzen. Das StaRUG-konforme KPI-Set verbindet betriebswirtschaftliche Standardkennzahlen mit klaren, numerisch definierten Auslösern — so dass jeder Geschäftsführer und jeder Berater sofort erkennt: Grün ist alles in Ordnung, Gelb ist Handlungsbedarf, Rot ist Krisenalarm. Die Schwellen sind nicht willkürlich, sondern aus der Rechtsprechung, IDW-Standards und Bankpraxis abgeleitet.


Rechtsgrundlagen

  • § 1 StaRUG (Früherkennungspflicht mit KPI-basierter Überwachung)
  • § 18 InsO (drohende Zahlungsunfähigkeit — Liquiditätsreichweite als Schlüsselindikator)
  • IDW PS 340 n.F. (Risikobewertung, Schwellenwerte, Eskalationsstufen)
  • IDW S 6 Tz. 40 ff. (Leistungsfähigkeitsanalyse, Kennzahlen)
  • IDW S 11 (Beurteilung Insolvenzeröffnungsgründe — Liquiditätstest)
  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Pflichten

1. Warum quantitative Schwellen unverzichtbar sind

Qualitative Urteile wie "die Liquidität ist angespannt" genügen nicht. § 1 StaRUG verlangt rechtzeitiges Erkennen und Handeln — das setzt messbare Auslöser voraus. Ohne definierte Schwellen:

  • Keine objektive Eskalationspflicht auslösbar
  • Keine Beweissicherung für "rechtzeitig erkannt"
  • Kein Nachweis gegenüber Insolvenzverwalter oder Gericht

2. Das KPI-Set — Sieben Kern-Indikatoren

Die folgenden sieben KPIs bilden das Rückgrat des Ampelsystems:

KPI 1: Liquiditätsreichweite

Definition: Verfügbare Liquidität (Kasse + freie Kreditlinien) ÷ durchschnittl. monatl. Auszahlungen
Einheit: Monate
Grün: ≥ 6 Monate
Gelb: 3 bis < 6 Monate
Rot: < 3 Monate
Bedeutung: Überleben-Indikator Nr. 1 — wie lange kann das Unternehmen ohne neue Einnahmen zahlen?

KPI 2: EBITDA-Coverage (Zinsdeckungsgrad)

Definition: EBITDA ÷ Zinsaufwand (rolling 12 Monate)
Einheit: Faktor (x)
Grün: ≥ 3,0x
Gelb: 1,5x bis < 3,0x
Rot: < 1,5x
Bedeutung: Kann das Unternehmen aus dem operativen Ergebnis seine Zinsen bedienen?

KPI 3: Net-Debt/EBITDA

Definition: Nettofinanzverbindlichkeiten ÷ EBITDA (rolling 12 Monate)
 Nettoverschuldung = Bankschulden + Anleihen - flüssige Mittel
Einheit: Faktor (x)
Grün: ≤ 3,0x
Gelb: 3,0x bis 4,5x
Rot: > 4,5x
Bedeutung: Wie viele Jahre EBITDA braucht das Unternehmen, um schuldenfrei zu werden?

KPI 4: Covenant-Headroom

Definition: Prozentualer Abstand der tatsächlichen Finanzkennzahl zur vertraglich vereinbarten
 Covenant-Grenze
 Headroom (%) = (Ist-Wert - Covenant-Grenze) ÷ |Covenant-Grenze| × 100
Einheit: Prozent (%)
Grün: ≥ 25 %
Gelb: 10 % bis < 25 %
Rot: < 10 % (oder Covenant bereits verletzt)
Bedeutung: Verletzung eines Financial Covenants löst typischerweise Kündigungsrecht der Bank aus

KPI 5: DSCR (Debt Service Coverage Ratio)

Definition: (EBITDA - CAPEX Erhaltung) ÷ (Zinsen + Tilgung, fällig im Planungszeitraum)
Einheit: Faktor (x)
Grün: ≥ 1,20x
Gelb: 1,00x bis < 1,20x
Rot: < 1,00x (Schuldendienstunfähigkeit)
Bedeutung: Kann das Unternehmen Zinsen UND Tilgung aus dem operativen Cashflow bedienen?

KPI 6: Eigenkapitalquote

Definition: Eigenkapital ÷ Bilanzsumme × 100
Einheit: Prozent (%)
Grün: ≥ 20 %
Gelb: 10 % bis < 20 %
Rot: < 10 % (oder negatives Eigenkapital → Überschuldungsrisiko)
Bedeutung: Struktureller Schutzpuffer, insbes. relevant für § 19 InsO Überschuldung

KPI 7: Cash-Conversion-Rate (CCR)

Definition: Operativer Cashflow ÷ EBITDA × 100
Einheit: Prozent (%)
Grün: ≥ 70 %
Gelb: 40 % bis < 70 %
Rot: < 40 %
Bedeutung: Wie viel des Ergebnisses wird tatsächlich als Cash realisiert?
 Niedrige CCR signalisiert Working-Capital-Probleme oder Bilanzrisiken

Templates

Muster: KPI-Datenblatt für Monatsreporting

KPI-DATENBLATT — MONATLICHES REPORTING
Gesellschaft: [Firma GmbH]
Berichtsmonat: [MM/JJJJ]
Erstellt: [Name, Funktion]
Freigegeben GF: [Name, Datum]

1. LIQUIDITÄTSREICHWEITE
 Kassenbestand per Monatsende: EUR [___]
 Freie Kreditlinien: EUR [___]
 Verfügbare Liquidität gesamt: EUR [___]
 Monatl. Ø Auszahlungen (letzte 3 Monate): EUR [___]
 Reichweite: [x,x] Monate → AMPEL: [GRÜN/GELB/ROT]

2. EBITDA-COVERAGE
 EBITDA rolling 12 Monate: EUR [___]
 Zinsaufwand rolling 12 Monate: EUR [___]
 EBITDA-Coverage: [x,xx]x → AMPEL: [GRÜN/GELB/ROT]

3. NET-DEBT/EBITDA
 Bankschulden + Anleihen: EUR [___]
 ./. Liquide Mittel: EUR [___]
 Nettoverschuldung: EUR [___]
 EBITDA rolling 12 Monate: EUR [___]
 Net-Debt/EBITDA: [x,xx]x → AMPEL: [GRÜN/GELB/ROT]

4. COVENANT-HEADROOM
 Vereinbarter Covenant: [KPI] ≤ [Wert]
 Ist-Wert: [Wert]
 Headroom: [x] % → AMPEL: [GRÜN/GELB/ROT]

5. DSCR
 EBITDA: EUR [___]
 ./. Erhaltungs-CAPEX: EUR [___]
 Zinsen fällig: EUR [___]
 Tilgung fällig: EUR [___]
 DSCR: [x,xx]x → AMPEL: [GRÜN/GELB/ROT]

KOMMENTAR ZU ABWEICHUNGEN:
[___]

MAßNAHMEN BEI GELB/ROT:
[___]

Fallstricke

  1. KPI-Definitionen nicht abgestimmt — EBITDA (vor/nach Sondereffekten?), Nettoverschuldung (mit/ohne Pensionen?) — unklare Definitionen machen den Vergleich mit Vorperioden oder mit Covenants wertlos.

  2. Schwellenwerte nicht branchenspezifisch kalibriert — die oben genannten Schwellen sind Orientierungswerte. Kapitalintensive Branchen (z.B. Industrie) tolerieren höheres Net-Debt/EBITDA als servicebasierte Modelle.

  3. Covenant-Berechnung nicht mit Bankdefinition abgestimmt — Banken haben oft modifizierte EBITDA-Definitionen (z.B. bereinigt um Sondereffekte). Abweichende interne Berechnung führt zu falscher Headroom-Einschätzung.

  4. DSCR ohne Erhaltungs-CAPEX — wer Tilgung aus dem EBITDA bedienen will, aber keine laufenden Investitionen einrechnet, überzeichnet die Tragfähigkeit.

  5. Ampelsystem ohne Eskalationsprotokoll — Gelb-Status, der nicht protokolliert und eskaliert wird, ist eine versäumte Haftungsentlastung.


Weitere Leitentscheidungen

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Triage — Erste Einordnung

Bevor losgelegt wird, klaere:

  1. Krisenstadium? Ertragskrise (EBIT negativ), Liquiditaetskrise (Cashflow negativ) oder akute Insolvenznaehe (ZU/Ueberschuldung)?
  2. Insolvenzgrund? § 17 InsO (ZU), § 18 InsO (drohende ZU), § 19 InsO (Ueberschuldung)?
  3. Fristen? Antragspflicht § 15a InsO: 3 Wochen (ZU), 6 Wochen (Ueberschuldung).
  4. Sanierungs-Pfad? StaRUG (drohende ZU), Schutzschirm, Eigenverwaltung oder Regelverfahren?
Install via CLI
npx skills add https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht --skill kennzahlenset-und-ampelsystem-starug-konform
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