name: kennzahlenset-mandantenentscheidung description: "Kennzahlenset: Mandantenkommunikation und Entscheidungsvorlage. Liefert ein belastbares Arbeitsprodukt mit Rückfragen, Normencheck und nächstem Schritt."
Kennzahlenset: Mandantenkommunikation und Entscheidungsvorlage
Normenanker
Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:
§ 1353 Abs. 1 BGB— eheliche Lebensgemeinschaft.§ 1360 BGB— Familienunterhalt.§ 1565 Abs. 1 BGB— Scheidung.§ 1570 BGB— Betreuungsunterhalt.§ 1601 BGB— Verwandtenunterhalt.§ 1626 Abs. 1 BGB— elterliche Sorge.§ 1671 BGB— Sorgerechtsuebertragung.§ 1684 BGB— Umgangsrecht.§ 23a Abs. 1 GVG— Familiengerichtsbarkeit.§ 113 FamFG— Verfahrensregeln in Familienstreitsachen.
Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: StaRUG; § 1 StaRUG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Spezialwissen: Kennzahlenset: Mandantenkommunikation und Entscheidungsvorlage
- Normen-/Quellenanker: StaRUG.
Fallweichen
Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern:
- Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber?
- Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden?
- Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch?
- Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt?
- Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage?
Arbeitsworkflow
- Fallbild bilden: Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen.
- Rechtsrahmen setzen: Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld Kennzahlenset prüfen.
- Prüfpunkte abarbeiten: Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen.
- Risiko bewerten: Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben.
- Anschluss bauen: Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist.
Kennzahlenset Krisenfrüherkennung — Pflicht-Set für § 1 StaRUG
- Liquidität: Cash-Burn-Rate, Liquide Mittel Tage, freie Kreditlinie, Kontokorrent-Auslastung.
- Rentabilität: EBITDA-Marge, EBIT-Marge, Verzinsung Working Capital, Deckungsbeitrag pro Geschäftsfeld.
- Bilanzstruktur: Eigenkapitalquote, Anlagendeckung 1./2. Grades, Verschuldungsgrad, Working-Capital-Quote.
- Operativ: Auftragsbestand in Wochen, Auslastung, Forderungslaufzeit (DSO), Lieferantenlaufzeit (DPO), Lagerumschlag.
- Frühwarnindikatoren: Verlust Großkunden, Kovenantenbruch-Approximation, Steuer-/SV-Rückstände, Kontoabbuchungs-Stornierungen, Lieferantenmahnungen.
- Schwellenwerte (Gelb/Rot): Beispielhaft Eigenkapitalquote < 25 %/15 %, Cash-Burn-Rate Liquide Mittel < 60 / 30 Tage, EBITDA-Marge < 3 %/0 %. Branche-spezifisch anpassen.
- Trade-off: Engmaschiges Set (15+ Kennzahlen) ist informativ, aber pflegeintensiv; minimalistisches Set (3–5) ist effizient, aber blind für Branchen-Spezifika.
- Praxis: Kennzahlen werden im Reporting an die Geschäftsleitung mindestens monatlich präsentiert; bei Eintritt eines Roten Schwellenwerts wird Anzeige an Aufsichtsorgan (§ 1 Abs. 1 Satz 3 StaRUG, Stand prüfen) ausgelöst.