anbieter-werden-art-25

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Betreiber Einführer oder Haendler fragt: Werde ich durch mein Verhalten selbst zum Anbieter eines KI-Systems mit allen daraus folgenden Pflichten? Art. 25 KI-VO Re-Provisioning. Prüfraster: vier Fallgruppen wesentliche Aenderung des Systems Bestimmungsaenderung Inverkehrbringen unter eigenem Namen Hochrisiko-Abdeckung ohne Anbieterbenennung. Output: Entscheidungsbaum mit Ja/Nein-Ergebnis und konkreten Folgepflichten. Abgrenzung zu rolle-anbieter-prüfen-art-3-nr-3 (Grunddefinition) und betreiber-deployer-pflichten-art-26 (Betreiberpflichten).

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/5/2026

name: anbieter-werden-art-25 description: "Betreiber Einführer oder Haendler fragt: Werde ich durch mein Verhalten selbst zum Anbieter eines KI-Systems mit allen daraus folgenden Pflichten? Art. 25 KI-VO Re-Provisioning. Prüfraster: vier Fallgruppen wesentliche Änderung des Systems Bestimmungsaenderung Inverkehrbringen unter eigenem Name..."

Anbieter-Werden — Art. 25 KI-VO

Vier Fallgruppen (Art. 25 Abs. 1 KI-VO)

Fallgruppe 1 — Inverkehrbringen unter eigenem Namen oder eigener Marke

Wer ein Hochrisiko-KI-System oder GPAI-Modell unter seinem eigenen Namen oder seiner eigenen Marke in Verkehr bringt, wird Anbieter — unabhängig davon, ob er das System selbst entwickelt hat.

Prüffragen:

  • Bringen Sie ein fremdes KI-System unter Ihrem eigenen Namen oder Ihrer Marke auf den Markt?
  • Erscheint der ursprüngliche Anbieter im Vertrag, in der Dokumentation oder gegenüber dem Endkunden noch sichtbar?

Wenn ja zum ersten, nein zum zweiten: → Sie werden Anbieter nach Art. 25 Abs. 1 lit. a KI-VO.

Konsequenz: Sie müssen alle Anbieter-Pflichten nach Art. 16 bis 42 KI-VO erfüllen, einschließlich Konformitätsbewertung, CE-Kennzeichnung, EU-Konformitätserklärung und Registrierung in der EU-Datenbank.

Fallgruppe 2 — Wesentliche Änderung nach dem Inverkehrbringen

Ein Betreiber oder Händler, der ein bereits in Verkehr gebrachtes Hochrisiko-KI-System wesentlich verändert, wird Anbieter.

Was ist eine wesentliche Änderung?

Nach Art. 3 Nr. 23 KI-VO ist eine wesentliche Änderung eine Änderung des KI-Systems nach seinem Inverkehrbringen, die die Konformität des Systems mit den Anforderungen beeinflussen kann oder die dazu führt, dass sich der Verwendungszweck, für den das KI-System bewertet wurde, verändert.

Beispiele für wesentliche Änderungen:

  • Erneutes Training des Modells mit neuen Daten
  • Änderung der Modellarchitektur
  • Anpassung der Ausgaben des Systems in einer Weise, die neue Entscheidungen ermöglicht
  • Erweiterung des Einsatzbereichs auf neue Nutzergruppen oder neue Entscheidungstypen
  • Konfiguration, die zu einer Änderung der Systemfunktionalität führt

Prüffragen:

  • Haben Sie technische Änderungen am System vorgenommen (Code, Modell, Parameter)?
  • Haben Sie den Einsatzbereich oder die Zielgruppe verändert?
  • Haben Sie Konfigurationen vorgenommen, die über die vom Anbieter vorgesehenen Optionen hinausgehen?

Fallgruppe 3 — Änderung des bestimmungsgemäßen Verwendungszwecks

Wer das KI-System für einen anderen als den ursprünglich vorgesehenen Zweck einsetzt, wird Anbieter — auch ohne technische Änderung.

Beispiele:

  • Ein Personalverwaltungs-Tool wird für die Bonitätsprüfung genutzt
  • Ein Bildklassifikationssystem für die Qualitätskontrolle wird für die Gesichtserkennung genutzt
  • Ein Text-Zusammenfassungstool wird für automatisierte Rechtsentscheidungen genutzt

Prüffragen:

  • Ist der tatsächliche Einsatzzweck identisch mit dem in der Gebrauchsanweisung des Anbieters beschriebenen Zweck?
  • Haben Sie das System für Entscheidungen genutzt, die der Anbieter nicht vorgesehen hat?

Fallgruppe 4 — Produkthersteller (Art. 25 Abs. 1 lit. c KI-VO)

Ein Hersteller eines Produkts, das ein Hochrisiko-KI-System als Sicherheitsbauteil enthält, wird Anbieter des Hochrisiko-KI-Systems, wenn er das Produkt unter seinem eigenen Namen in Verkehr bringt.

→ Details: bevollmaechtigter-und-produkthersteller-pflichten-art-22-und-25

Informationspflicht des ursprünglichen Anbieters (Art. 25 Abs. 2 KI-VO)

Der ursprüngliche Anbieter muss dem neuen Anbieter (nach Art. 25) alle notwendigen Informationen bereitstellen, damit dieser seine Anbieter-Pflichten erfüllen kann. Dies ist vertraglich zu regeln.

Praktische Empfehlung

Vor jeder Anpassung oder Umwidmung eines KI-Systems sollte geprüft werden:

  1. Überschreitet die Maßnahme die Schwelle zur wesentlichen Änderung?
  2. Liegt eine Zweckänderung vor?
  3. Wenn ja: Welche Anbieter-Pflichten müssen erfüllt werden?
  4. Sind die entsprechenden Ressourcen (technische Dokumentation, Konformitätsbewertung) vorhanden?

Hinweis: Keine Rechtsberatung. Mechanische Prüfung anhand vom Nutzer behaupteter Tatsachen. Die KI-VO ist in Auslegung und Konkretisierung dynamisch; Leitlinien der Kommission und Durchführungsrechtsakte sind laufend zu beobachten.

Aktuelle Rechtsprechung (v14.2)

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Zentrale Normen (Paragrafenkette)

  • Art. 3 Nr. 3/4 KI-VO — Anbieter / Betreiber-Definition
  • Art. 5 KI-VO — verbotene Praktiken (absolut ab 02.02.2025)
  • Art. 6 i.V.m. Anhang III KI-VO — Hochrisiko-Klassifikation
  • Art. 26 KI-VO — Betreiberpflichten
  • Art. 99 KI-VO — Bussgelder bis 35 Mio. EUR / 7 % Jahresumsatz

Triage zu Beginn

  1. Welche Rolle hat das Unternehmen im KI-Lieferkette (Art. 3 KI-VO — Anbieter, Betreiber, Importeur)?
  2. Liegt ein Hochrisiko-System vor (Art. 6 i.V.m. Anhang III Nr. 1-8 KI-VO)?
  3. Sind verbotene Praktiken nach Art. 5 KI-VO ausgeschlossen?
  4. Welche konkreten Pflichten aus dem aktuellen Skill-Kontext sind einschlaegig?
  5. Ist die Maßnahme fristgerecht umgesetzt (KI-VO Stufenplan bis 02.08.2026)?

Output-Template — Prüfergebnis

Adressat: Prüfer / Rechtsberater — Tonfall: strukturiert-rechtlich

PRUEFERGEBNIS — ANBIETER WERDEN ART 25
[DATUM] — System: [SYSTEMNAME] — Mandant: [NAME MANDANT]
[AKTENZEICHEN]

Gepruefte Norm(en): [Art. 25 Rn. 5]

Ergebnis:
[ ] Anforderung erfuellt
[ ] Anforderung nicht erfuellt — Massnahmen erforderlich:
 1. [MASSNAHME — Verantwortlicher: NAME — Frist: DATUM]
[ ] Nicht einschlaegig — Begruendung: [BEGRUENDUNG]

Sanktionsrisiko: [NIEDRIG / MITTEL / HOCH — bis [BETRAG] nach Art. 99 KI-VO]
Naechster Skill: [FOLGE-SKILL]
Geprueft: [NAME], [DATUM]

Normen und Rechtsprechung

Kuratierte Normen-Bibliothek

  • Art. 5 KI-VO (verbotene Praktiken)
  • Art. 6, 7 KI-VO (Hochrisiko-KI-Systeme)
  • Art. 9, 10, 11 KI-VO (Risikomanagement, Daten, Technische Dokumentation)
  • Art. 13, 14 KI-VO (Transparenz, menschliche Aufsicht)
  • Art. 16 KI-VO (Pflichten Anbieter)
  • Art. 26, 27 KI-VO (Pflichten Betreiber)
  • Art. 50 KI-VO (Transparenz GPAI/Deepfakes)
  • Art. 53-55 KI-VO (Pflichten GPAI-Anbieter)
  • Art. 99-101 KI-VO (Sanktionen)
  • VO 2024/1689 (KI-VO, Inkrafttreten)

Leitentscheidungen

  • EuGH C-634/21 (automatisierte Entscheidung Art. 22 DSGVO)
  • EuGH C-203/22 (Profiling, Auskunftsrechte)
  • BVerfG 1 BvR 2017/21 (automatisierte Datenverarbeitung Polizei)
  • OLG Köln 6 U 32/24 (Deepfake-Werbung)
  • OLG Stuttgart 2 U 63/22 (Mängel KI-System B2B)

Anwendung im Skill

  • KI-System-Klassifikation Art. 6 KI-VO: Risikoeinstufung vor Compliance-Pflichten prüfen.
  • Transparenz Art. 50 KI-VO erfasst auch Deepfakes; OLG Koeln 6 U 32/24 als Praxisbeispiel.
  • GPAI-Pflichten Art. 53-55 KI-VO ab August 2025; technische Dokumentation Annex XI vorhalten.
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npx skills add https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht --skill anbieter-werden-art-25
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