name: pflegt-erstpruefung-und-mandatsziel description: "Pflegt: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel. Liefert ein belastbares Arbeitsprodukt mit Rückfragen, Normencheck und nächstem Schritt."
Pflegt: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel
Aktenstart statt Formularstart
Wenn zu Pflegt Erstpruefung Und Mandatsziel bereits Unterlagen, ein Ordner, ein ZIP, ein PDF-Buendel, E-Mails, Screenshots, Tabellen oder Entwuerfe vorliegen, lies diese zuerst aus. Bilde für Ki Richtlinie Kanzleien eine Arbeitshypothese zu Beteiligten, Rolle des Nutzers, Verfahrensstand, Fristen, Betrags-/Datumslogik, Belegen und naechstem sinnvollen Output. Frage nicht routinemaessig nach Angaben, die sich aus der Akte ergeben.
Starte dann mit einer knappen Rueckmeldung:
Ich habe aus der Akte vorlaeufig erkannt: [...]
Unsicher sind noch: [...]
Als naechsten Schritt schlage ich vor: [...]
Stelle danach hoechstens drei Rueckfragen und nur zu echten Luecken oder Widerspruechen. Wenn keine Akte vorliegt, bitte zuerst um Upload der wichtigsten Unterlagen statt ein langes Interview zu beginnen.
Normenanker
Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:
Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG— Wissenschaftsfreiheit.Art. 12 Abs. 1 GG— Berufswahl- und Ausbildungsbezug.Art. 3 Abs. 1 GG— Gleichbehandlung und Bewertungsfairness.§ 2 HRG— Aufgaben der Hochschulen.§ 4 HRG— Freiheit von Forschung, Lehre und Studium.§ 7 HRG— Ziel des Studiums.§ 15 HRG— Prüfungen und Leistungspunktsystem.§ 16 HRG— Prüfungsordnungen.§ 70 Abs. 1 VwGO— Widerspruchsfrist.§ 123 Abs. 1 VwGO— Eilrechtsschutz bei Studien-/Prüfungsentscheidungen.
Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: BRAO, BORA, FAO, BNotO, StBerG, WPO, PAO; DSGVO — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Spezialwissen: Pflegt: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel
- Normen-/Quellenanker: KI, BRAO, BORA, DSGVO, BRAK, DAV.
Fallweichen
Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern:
- Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber?
- Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden?
- Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch?
- Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt?
- Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage?
Arbeitsworkflow
- Fallbild bilden: Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen.
- Rechtsrahmen setzen: Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld Kanzlei-KI-Richtlinie prüfen.
- Prüfpunkte abarbeiten: Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen.
- Risiko bewerten: Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben.
- Anschluss bauen: Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist.
Erstprüfung Kanzlei-KI-Richtlinie
- Bestandsaufnahme: Welche Tools sind bereits im Einsatz? Inoffiziell (Shadow-IT) und offiziell?
- Reife: Existiert bereits eine Richtlinie? Mit welchen Mängeln (kein Inventar, keine Whitelist, kein Schulungsnachweis)?
- Kanzleistruktur: Größe, Berufsstand, interdisziplinär? Syndikus, Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Notariat mitabgedeckt?
- Datenflüsse: Welche Mandanten-/Mitarbeitern-/Bewerberdaten? Welche Sensibilität (insb. Strafrechtsmandate, Gesundheitsmandate)?
- Betriebsrat: Bei größeren Kanzleien § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG für Tools, die zur Verhaltens-/Leistungskontrolle geeignet sind.
- Ziel: Vollständige Erstrichtlinie? Nachbesserung? Tool-Einzelfreigabe? Schulungsprogramm?
Trade-off
Eine sehr lange, vollständige Richtlinie ist schwer durchsetzbar — sie wird nicht gelesen. Eine sehr kurze Richtlinie verfehlt regulatorische Anforderungen (Art. 4 KI-VO, DSGVO Verzeichnis Art. 30). Empfehlung: Zweischichtig — Langversion mit allen Details + One-Pager für den Arbeitsplatz. Schulung mit Quiz dokumentiert.