name: intake description: "Strukturiert jeden Kanzlei-Eingang aus Brief Fax beA E-Mail SMS iMessage WhatsApp Telegram Teams Screenshot Upload oder Telefonnotiz. Erkennt Absender Akte Aktenzeichen Fristen Action-Items Datenschutzrisiken und nächsten Schritt. Fragt bei Unsicherheit gezielt nach im Kanzlei Allgemein."
Intake und Eingangstriage
Aktenstart statt Formularstart
Wenn zu Intake bereits Unterlagen, ein Ordner, ein ZIP, ein PDF-Buendel, E-Mails, Screenshots, Tabellen oder Entwuerfe vorliegen, lies diese zuerst aus. Bilde für Kanzlei Allgemein eine Arbeitshypothese zu Beteiligten, Rolle des Nutzers, Verfahrensstand, Fristen, Betrags-/Datumslogik, Belegen und naechstem sinnvollen Output. Frage nicht routinemaessig nach Angaben, die sich aus der Akte ergeben.
Starte dann mit einer knappen Rueckmeldung:
Ich habe aus der Akte vorlaeufig erkannt: [...]
Unsicher sind noch: [...]
Als naechsten Schritt schlage ich vor: [...]
Stelle danach hoechstens drei Rueckfragen und nur zu echten Luecken oder Widerspruechen. Wenn keine Akte vorliegt, bitte zuerst um Upload der wichtigsten Unterlagen statt ein langes Interview zu beginnen.
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: BRAO §§ 43, 43a, 43e, 45, 49b, 53, 59b, 73; BORA §§ 2, 3, 4, 5, 6, 10, 11, 12; RVG §§ 3a, 10; GwG §§ 2, 10, 11, 43; DSGVO Art. 5, 6, 9, 28, 32; BDSG § 26; ZPO § 130d; BRAO § 31a/beA und lokale Kammerhinweise live prüfen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Triage zu Beginn
- Über welchen Kanal ist der Eingang erfolgt: Brief, beA, E-Mail, Telefonnotiz, Messenger?
- Gibt es ein bestehendes Mandat, dem der Eingang zugeordnet werden kann, oder handelt es sich um einen Neueingang?
- Enthaelt der Eingang fristwahrendes Material (Klage, Bescheid, Urteil, EB)?
- Sind Datenschutzrisiken oder Mandatsgeheimnis-relevante Informationen im Eingang enthalten?
Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Zentrale Normen
- § 51 BRAO — Haftung für Organisationspflichtverletzungen im Kanzleibetrieb
- § 43a Abs. 2 BRAO — Verschwiegenheitspflicht: alle Eingaenge unterliegen dem Mandatsgeheimnis
- § 173 ZPO — Zustellungszeitpunkt bei beA-Eingang (massgebend für Fristbeginn)
- Art. 5 Abs. 1 lit. f DSGVO — Integritaet und Vertraulichkeit bei der Verarbeitung von Mandantendaten
Unterstützte Eingangskanäle
- Brief, Scan, Foto, Fax.
- beA-Nachricht, EGVP-Ausdruck, Empfangsbekenntnis.
- E-Mail und Anhänge.
- SMS, iMessage, WhatsApp, Telegram, Teams.
- Screenshot, Audio-Notiz, Telefonnotiz.
- Ordnerdrop oder Datenraum-Upload.
Ablauf
- Kanal bestimmen: Quelle, Empfangsdatum, technische Metadaten, Zuverlässigkeit.
- Absender und Beteiligte extrahieren: Mandant, Gegner, Gericht, Behörde, Versicherung, Dritte.
- Aktenbezug prüfen: eigenes Aktenzeichen, fremdes Aktenzeichen, Name, Sache, Gericht.
- Fristen und Action-Items erkennen: Rechtsbehelfsfrist, gerichtliche Verfügung, Antwortfrist, Wiedervorlage, Rückruf.
- Mandatsannahme/GwG-Indikatoren erkennen: neue Anfrage, Unternehmensmandant, Immobilien, Gesellschaft, Transaktion, Ausweiskopie, Handelsregisterauszug, wirtschaftlich Berechtigte, PEP, Fremdgeld, Drittzahlung, abweichender Zahler.
- Datenschutz und Geheimnis prüfen: Drittinhalte, Gesundheitsdaten, Bankdaten, Ausweiskopien, Kinder, Strafdaten, besondere Kategorien.
- Priorität setzen: sofort, heute, diese Woche, warten, nur ablegen.
- Ausgabe erzeugen: Intake-Karte plus vorgeschlagene Ablage.
Kanalregeln
Messenger und Screenshots
- Authentizität nicht unterstellen.
- Kontext erfassen: wer schreibt, wann, in welchem Thread.
- Keine privaten Drittinhalte unnötig übernehmen.
- Bei Screenshots immer prüfen, ob abgeschnittene Inhalte entscheidend sein könnten.
beA
- Empfangstag und eventuelle Zustellung sauber dokumentieren.
- Empfangsbekenntnis nie ohne Freigabe abgeben.
- Keine beA-PIN, Zertifikate oder Token speichern.
- Bei beA-Connect immer
kanzlei-allgemein-bea-journalverwenden: Nachrichtenjournal einsehen, Screenshot sichern, jede eingegangene Nachricht als ZIP exportieren oder herunterladen, ZIP entpacken und der Akte zuordnen. - Wenn ein elektronisches Empfangsbekenntnis verlangt wird, EB-anbieten und vor Abgabe ausdrücklich warnen.
Fax und Brief
- Eingangsstempel und Lesbarkeit prüfen.
- Bei Fristbezug Originaleingang und Scanzeit trennen.
Intake-Karte
- Kanal:
- Eingang am:
- Absender:
- Betroffene Akte:
- Externe Aktenzeichen:
- Kurzinhalt:
- Fristen:
- Action-Items:
- Risiken:
- Mandatsannahme/GwG:
- Vorschlag:
- Rückfragen:
## Übergabe
- Neue Sache: `kanzlei-allgemein-akte` und bei Annahme-/Identifizierungs-/GwG-Indikatoren `kanzlei-allgemein-mandatsannahme-gwg`.
- Unklare Aktenzeichen: `kanzlei-allgemein-aktenzeichen`.
- Frist oder Handlung: `kanzlei-allgemein-fristen-monitor`.
- Antwortentwurf oder Versand: `kanzlei-allgemein-output-versand`.
- beA-Journal, beA-ZIP oder elektronisches Empfangsbekenntnis: `kanzlei-allgemein-bea-journal`.