name: incoterms-2020-klauselauswahl-und-systematik description: "Internationales Handelsrecht: Incoterms 2020 Klauselauswahl. Systematik der elf Klauseln (Gruppe E/F/C/D), Eignung für Containerverkehr vs. konventionellen Seehandel, FCA mit Konnossementsabrede und Auswahlkriterien für Exporte und Importe im Internationales Handelsrecht Lex Mercatoria."
Incoterms 2020: Klauselauswahl und Systematik
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: HGB §§ 1-7, 17-37 (Firma/Register), 48-58 (Prokura), 84-92c (Handelsvertreter), 343 ff. (Handelsgeschäfte), 373 ff. (Handelskauf); CISG — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Worum es geht
Incoterms 2020 (ICC-Publikation 2019, in Kraft 1. Januar 2020) regeln Risikoübergang, Kostentragung und Dokumentenpflichten im internationalen Warenkauf. Die elf Klauseln sind nach Transport-Universalität und Gefahrübergangszeitpunkt gegliedert. Neu in 2020: FCA mit Konnossementsabrede und höhere Versicherungsanforderungen bei CIP.
Kernnormen / Kernquellen
- Incoterms 2020 EXW: Ex Works — Gefahrübergang ab Werk; minimal Verkäuferpflichten
- Incoterms 2020 FCA: Free Carrier — Gefahrübergang nach Übergabe an Frachtführer; neu: Konnossementsabrede
- Incoterms 2020 CIF: Cost Insurance Freight — nur für konventionelle Seefracht, nicht Container
- Incoterms 2020 CIP: Carriage and Insurance Paid — universell; neu: Institute Cargo Clauses (A)-Versicherung
- Incoterms 2020 DDP: Delivered Duty Paid — maximale Verkäuferpflichten
- ICC-Publikation Nr. 2020: Erläuterungen und Guidance Notes
Schlüsselbegriffe
- Seeklauseln (FAS, FOB, CFR, CIF) vs. Universalklauseln (FCA, CPT, CIP, EXW, DAP, DPU, DDP)
- Gefahrübergang vs. Eigentumsübergang (Incoterms regeln nur Gefahr, nicht Eigentum)
- Named Place of Delivery: möglichst spezifischer Ort (Terminal, Lager)
- FCA-Konnossementsabrede: Verkäufer erhält On-Board-Konnossement nach Containerübergabe
- Versicherungspflicht: CIF (Institute Cargo Clauses C, Mindestdeckung) vs. CIP (Klausel A)
Typische Streitfragen / Anwendungsfälle
- FOB Container: Warum ist FOB für Containerware ungeeignet (Gefahrübergang am Kai — vor Verladung)?
- FCA mit Konnossementsabrede: Wie funktioniert die Abrede mit der Reederei in der Praxis?
- DDP und Mehrwertsteuer: Muss Verkäufer USt. im Importland bezahlen?
- CIF vs. CIP: Wann welche Klausel bei See- vs. Multimodaltransport?
- EXW und Exportkontrolle: Kann Verkäufer Exportformalitäten an Käufer delegieren?
Methodik
- Klauselwahl nach Transportmodus: Container → FCA/CPT/CIP/DAP; Bulk-See → FOB/CFR/CIF
- Named Place immer spezifisch (Terminal-Name, nicht nur "Hamburg")
- Versicherungscheck: CIF Mindestdeckung (Klausel C) oft unzureichend
- EXW-Risiko für Verkäufer: Exportkontrolle liegt beim Käufer — Compliance-Lücke