name: aktenanlage-iv-plan description: "Neue Verfahrensakte anlegen und Verfahrenscockpit strukturieren wenn Insolvenzverwalter oder Sachwalter bestellt wird. §§ 56 80 InsO Verwalterbestellung und Verwaltungsbefugnis. Prüfraster: Aktenzeichen Beteiligtenregister Ordnerplan Massekonto Forderungstabelle Fristen Workstreams. Output: volls..."
Aktenanlage und Verfahrenscockpit
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Fachlicher Kern — Insolvenz- und Sanierungsrecht
- Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel
Aktenanlage und Verfahrenscockpitund löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind. - Normenradar: InsO §§ 1, 13, 15a, 17, 18, 19, 21, 38 ff., 47, 49 ff., 55, 80, 103 ff., 129-147, 165 ff., 217 ff., 270 ff., 343; StaRUG; COVInsAG/Übergangsrecht nur bei Altzeiträumen; SGB III § 165.
- Verifizierte Anker: BGH, Urteil vom 10.02.2005 - IX ZR 211/02 (Grenzen § 133 InsO bei Zwangsvollstreckung/verschlepptem Antrag als Klassiker); ausländische Verfahren: § 343 InsO Anerkennung, kein deutsches Chapter-15-Verfahren, häufig inzidente Prüfung durch Register, Grundbuch, Prozessgericht und Banken.
- Arbeitsmodus: Zuerst Insolvenzgrund, Frist, Organpflicht, Verfahrensstand, Sicherheiten, Massebezug und Anfechtungszeitraum klären; dann Sanierungsfähigkeit, Plan/StaRUG, Haftung und Dokumentationsschutz.
- Outputpflicht: Krisenzeitachse, Liquiditätsstatus, Anfechtungsmatrix, Sicherheitenradar, IDW-S6-/Sanierungscheck, Register-/Grundbuch-Nachweispaket oder Schriftsatzbaustein.
- Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
Startet bei
- ein neuer Beschluss, Gutachtenauftrag oder Sachwalterauftrag vorliegt
- eine unstrukturierte Datenlieferung sortiert werden muss
- bestehende Akten nicht auswertbar sind
Eingaben
- Beschluss, Antrag, Schuldnerfragebogen
- Beteiligte, Banken, Arbeitnehmer, Sicherungsgläubiger
- erste Dokumente und Dateiliste
Workflow
- Aktenkern - Gericht, Aktenzeichen, Schuldner, Verwalterrolle, Stichtage und Fristen erfassen.
- Ordnung - Ordnerplan für Gericht, Masse, Tabelle, Personal, Verträge, Anfechtung und Berichte erzeugen.
- Register - Beteiligtenregister, Gläubigerliste, Drittschuldnerliste und Zustellwege anlegen.
- Kontrollpunkte - Wiedervorlagen und Verantwortlichkeiten setzen.
Ausgabe
- Mandatskarte
- Ordnerplan
- Beteiligtenregister
- Fristen- und Workstreamliste
Qualitätsgates
- keine Partei ohne Rolle
- jede Frist mit Quelle
- keine Vermischung von Masse und Kanzleidaten
Rote Schwellen
- fehlender Bestellungsbeschluss
- unklare Zuständigkeit
- fehlender Zahlungsweg für Massekonto
Interne Vorlagen
- assets/templates/iv-mandatskarte.md
- assets/templates/glaeubigerausschuss-bericht.md
Amtliche Erstquellen
- InsO Gesamtfassung
- §§ 27, 28 InsO
Rechtliche Grundlagen und BGH-Leitentscheidungen
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Paragrafenkette Insolvenzverwaltung
§ 56 InsO (Bestellung IV) → § 60 InsO (Haftung) → § 61 InsO (persönliche Haftung Masseglaeubigeransprueche) → § 66 InsO (Rechnungslegung) → § 69 InsO (Ausschuss-Informationspflicht) → § 160 InsO (Zustimmung bei bedeutenden Maßnahmen) → § 208 InsO (Masseunzulaenglichkeit) → §§ 187-216 InsO (Verteilung)
Triage — Verfahrensstand
Bevor losgelegt wird, klaere:
- Verfahrensstatus? Vorlaeufige Verwaltung (§ 22 InsO) oder Eroeffnung (§ 27 InsO)?
- Massedeckung? § 54/55 InsO: Verfahrenskosten gedeckt? Masseunzulaenglichkeit § 208 droht?
- Zustimmungserfordernis § 160 InsO? Handlung besonders bedeutsam → Gläubigerausschuss oder -versammlung einbeziehen.
- Dokumentation vollstaendig? Schlussrechnung § 66 InsO vorbereitet?
Normen und Rechtsprechung
Kuratierte Normen-Bibliothek
- § 6 StaRUG
- § 27 StaRUG
- § 2 StaRUG
- § 64 StaRUG
- § 8c KStG
- § 14 StaRUG
- § 7 StaRUG
- § 26 StaRUG
- § 34 StaRUG
- § 266a StGB
- § 15 GmbHG
- § 40 GmbHG
Leitentscheidungen
- BGH IX ZR 129/22
- BGH IX ZR 122/23
- BGH IX ZR 127/24
- BGH IX ZR 114/23
- BGH II ZR 206/22