fto-triage-gewerblicher-rechtsschutz-mandat

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Unternehmen will Produkt einführen oder Technologie einsetzen und fragt: Verletzen wir fremde Patente? Freedom-to-Operate-Analyse FTO. Prüfraster: Recherche Espacenet DPMApaplus EP-Datenbank sperrende DE- und EP-Patente. Ergebnis Recherchepaket für Patentanwalt kein FTO-Gutachten. Output: Recherche-Bericht mit relevanten Patentfundstellen. Abgrenzung zu erfindungsmeldung-aufnahme (eigene Erfindung) und verletzungs-triage (fremde Schutzrechte) im Gewerblicher Rechtsschutz: prüft konkret die einschlägigen Tatbestandsmerkmale, Fristen, Belege und Rechtsprechung. Liefert priorisierten Output mit Norm-Pinpoints, Risikoampel und nächstem Arbeitsschritt.

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/6/2026

name: fto-triage-gewerblicher-rechtsschutz-mandat description: "Unternehmen will Produkt einführen oder Technologie einsetzen und fragt: Verletzen wir fremde Patente? Freedom-to-Operate-Analyse FTO. Prüfraster: Recherche Espacenet DPMApaplus EP-Datenbank sperrende DE- und EP-Patente. Ergebnis Recherchepaket für Patentanwalt kein FTO-Gutachten. Output: Recherc..."

Freedom-to-Operate-Triage (FTO)

Aktenstart statt Formularstart

Wenn zu Fto Triage Gewerblicher Rechtsschutz Mandat bereits Unterlagen, ein Ordner, ein ZIP, ein PDF-Buendel, E-Mails, Screenshots, Tabellen oder Entwuerfe vorliegen, lies diese zuerst aus. Bilde für Gewerblicher Rechtsschutz eine Arbeitshypothese zu Beteiligten, Rolle des Nutzers, Verfahrensstand, Fristen, Betrags-/Datumslogik, Belegen und naechstem sinnvollen Output. Frage nicht routinemaessig nach Angaben, die sich aus der Akte ergeben.

Starte dann mit einer knappen Rueckmeldung:

Ich habe aus der Akte vorlaeufig erkannt: [...]
Unsicher sind noch: [...]
Als naechsten Schritt schlage ich vor: [...]

Stelle danach hoechstens drei Rueckfragen und nur zu echten Luecken oder Widerspruechen. Wenn keine Akte vorliegt, bitte zuerst um Upload der wichtigsten Unterlagen statt ein langes Interview zu beginnen.

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Eingaben

  • Produkt-/Technologiebeschreibung (so detailliert wie möglich: technische Merkmale, Funktionsweise, Materialien, Verfahren)
  • Zielmarkt / Vertriebsgebiet (Deutschland, EU, weltweit)
  • Schlüsselwörter / Technologieklassifikation (IPC/CPC-Klassen, falls bekannt)
  • Geplantes Markteinführungsdatum
  • Ggf. bereits bekannte Patente (Wettbewerber)
  • Relevanter Stand der Technik (falls vorhanden)

Ablauf

1. Technologie charakterisieren

Produktbeschreibung in technische Merkmale übersetzen:

  • Hauptfunktion / Kernerfindung
  • Unterscheidungsmerkmale gegenüber bekanntem Stand der Technik
  • Schlüsselkomponenten und ihre Funktion
  • Verfahrensschritte (bei Verfahrenspatenten)
  • Mögliche IPC/CPC-Klassifikationen (International Patent Classification / Cooperative Patent Classification)

Vorschlag für Suchstrategie aus Merkmalen entwickeln. [prüfen] – Klassifikation und Merkmalsdefinition mit Fachmann abstimmen.

2. Patentrecherche durchführen

Pflicht-Datenbanken:

Datenbank URL Umfang
Espacenet worldwide.espacenet.com Weltweite Patente; DE, EP, WO; Volltextsuche
DPMApaplus depatisnet.dpma.de Deutsche Patente und Gebrauchsmuster (DE); amtliche DPMA-Datenbank
Google Patents patents.google.com Ergänzende Suche; maschinelle Übersetzungen

Für EP-Patente mit DE-Wirkung:

  • EP-Patent nach Erteilung und Validierung in DE gültig → nationale Verletzungsklage vor deutschen Gerichten möglich (LG Düsseldorf, LG München I, LG Mannheim)
  • Prüfung, ob nationales DE-Patent oder EP-Validierung vorliegt

Suchstrategie:

Schritt 1 – Keyword-Suche: Technologiebegriffe in Titel, Abstract, Ansprüchen
Schritt 2 – IPC/CPC-Klassensuche: Klassifikation + Keyword-Filter
Schritt 3 – Anmeldersuche: Bekannte Wettbewerber als Inhaber
Schritt 4 – Zitationsanalyse: Von gefundenen relevanten Patenten rückwärts zitieren
Schritt 5 – Familiensuche: Internationaler Schutzumfang von Kernpatenten

3. Gefundene Patente analysieren

Für jedes potenziell sperrende Patent:

Formelle Prüfung:

  • Status: In Kraft / erloschen / nichtig / anhängig? (DPMA-Register, Espacenet Legal Status)
  • Inhaberschaft: Wer ist aktueller Inhaber? Lizenzbereitschaft?
  • Prioritätsdatum, Anmeldetag, Erteilungstag
  • Ablaufdatum (max. 20 Jahre ab Anmeldetag, § 16 Abs. 1 PatG; ggf. SPC-Verlängerung in Pharma/Pflanzenschutz nach VO (EG) 469/2009)
  • Jahresgebühren bezahlt? (DPMA-Register)

Sachliche Prüfung (Triage-Ebene):

  • Anspruch 1 lesen (Hauptanspruch bestimmt Schutzbereich)
  • Wesentliche Merkmale des Anspruchs identifizieren
  • Abgleich mit Produktmerkmalen: Fallen alle Merkmale des Anspruchs in das Produkt?

Relevanzbewertung:

🔴 Blocking: Alle Merkmale des Anspruchs im Produkt vorhanden; Patent in Kraft; keine eindeutige Äquivalenzlücke; anwaltliche FTO-Analyse dringend erforderlich vor Markteinführung.

Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

🟡 Mittel: Einige Überschneidungen; erhebliche Merkmale nicht vorhanden; Design-around möglich; patentanwaltliche Prüfung empfohlen.

🟢 Niedrig: Nur entfernte Ähnlichkeit; Schutzbereich klar nicht getroffen; verbleibende Unsicherheiten für anwaltliche Einschätzung vermerken.

4. Lizenz- und Design-around-Optionen

Falls 🔴/🟠-Ergebnisse:

  • Lizenzierung: Patentinhaber identifizieren; Lizenzbereitschaft einschätzen (FRAND-Verpflichtungen bei SEPs prüfen)
  • Design-around: Welches Merkmal könnte technisch vermieden werden ohne Funktionsverlust?
  • Nichtigkeitsangriff: Gibt es Stand der Technik, der Neuheit oder erfinderische Tätigkeit des Patents zerstört? (§ 21 Abs. 1 PatG; Nichtigkeitsklage vor BPatG)
  • Prioritätsrecherche: Ältere Veröffentlichungen des Anmelders als potenziellen Stand der Technik prüfen

5. Recherchebericht erstellen

Quellen und Zitierweise

Zitierweise nach ../references/zitierweise.md.

Normen: §§ 9, 14, 16, 21 PatG; § 14 GebrMG; VO (EG) 469/2009 (SPC-VO Pharma); Art. 64 EPÜ (nationale Wirkung EP-Patent).

Leitentscheidungen:

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

  • Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen zitieren. Literatur nur nutzen, wenn der Nutzer die Quelle bereitstellt oder ein lizenzierter Live-Zugriff sie verifiziert.

  • Kraßer/Ann, Patentrecht, 7. Aufl. 2016, § 33 Rn. 45 ff. (Schutzbereichsbestimmung). [Modellwissen – prüfen; neuere Auflage verwenden falls verfügbar]

  • Schulte/Moufang, PatG, 10. Aufl. 2017, § 14 Rn. 95 ff. (Äquivalenzlehre).

Beispiel (Gutachtenstil – Auszug)

Produkt: Neue Fertigungsmethode für Halbleiterbauteile mit bestimmter Schichtabfolge

Gefundenes Patent: EP 3 456 789 B1, Inhaber: TechCorp SE, in Kraft (Jahresgebühren bezahlt bis 2028), Ablauf 2033.

Anspruch 1 (vereinfacht): Verfahren zur Herstellung eines Halbleiterbauteils, umfassend: (a) Aufbringen einer Siliziumschicht, (b) Dotierung mit Phosphor, (c) thermische Aushärtung bei 800–900 °C.

Merkmalsabgleich:

Anspruchsmerkmal Im Produkt vorhanden? Anmerkung
(a) Siliziumschicht Ja identisch
(b) Phosphordotierung Ja identisch
(c) Thermische Aushärtung 800–900 °C Fraglich Produkt verwendet 850 °C – innerhalb des Bereichs [prüfen]

Ergebnis: 🔴 Blocking. Alle Merkmale zumindest prima facie im Produkt vorhanden. Keine Äquivalenzlücke erkennbar. Patentanwaltliche FTO-Analyse vor Markteinführung zwingend erforderlich.

Risiken / typische Fehler

  • Nur DE-Patente prüfen: EP-Patente mit DE-Validierung haben volle nationale Wirkung; EPO-Datenbank ist Pflicht.
  • Status nicht prüfen: Erloschene Patente (nicht bezahlte Jahresgebühren, Nichtigerklärung) sind kein Hindernis mehr; DPMA-Register auf aktuellen Status prüfen.
  • SPC-Verlängerungen übersehen: In Pharma- und Pflanzenschutzbereich können Ergänzende Schutzzertifikate (SPC) die Schutzdauer um bis zu 5 Jahre verlängern.
  • Kein FTO-Gutachten: Diese Triage ersetzt kein formelles FTO-Gutachten durch einen Patentanwalt; bei 🔴/🟠-Ergebnissen ist patentanwaltliche Einschaltung zwingend.
  • Äquivalenz ist Recht, nicht Technik: Die Äquivalenzprüfung erfordert rechtliche Wertung (BGH "Pemetrexed"); nicht dem Ingenieur überlassen.
  • Geheimhaltung: Technologiebeschreibungen sind vertraulich (§ 43a Abs. 2 BRAO; Geschäftsgeheimnis § 2 GeschGehG); nur intern und über gesicherte Kanäle verarbeiten.
Install via CLI
npx skills add https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht --skill fto-triage-gewerblicher-rechtsschutz-mandat
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