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Anteilsklassen A, B, C in GmbH oder AG gestalten: unterschiedliche Gewinn-, Stimm- und Liquidationsrechte. Normen: §§ 29 47 GmbHG, §§ 11 12 AktG. Prüfraster: Satzungsgestaltung, steuerliche Wirkung, Investorenerwartungen. Output: Satzungsklauseln Anteilsklassen. Abgrenzung: nicht Golden-Share-Einzelvetorecht im Gesellschaftsgruender: prüft konkret die einschlägigen Tatbestandsmerkmale, Fristen, Belege und Rechtsprechung. Liefert priorisierten Output mit Norm-Pinpoints, Risikoampel und nächstem Arbeitsschritt.

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/7/2026

name: share-classes-a-b-c description: "Anteilsklassen A, B, C in GmbH oder AG gestalten: unterschiedliche Gewinn-, Stimm- und Liquidationsrechte. Normen: Paragraf 29 47 GmbHG, Paragraf 11 12 AktG. Prüfraster: Satzungsgestaltung, steuerliche Wirkung, Investorenerwartungen. Output: Satzungsklauseln Anteilsklassen. Abgrenzung: nicht Golden-Share-Ein..."

Anteilsklassen A / B / C / Common

Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Tragende Normen verifizieren: GmbHG Paragraf 2, 3, 5, 7-11, 13, 15, 16, 35, 40, 46, 47, 48, 51a, 53, 55, 64, BGB Paragraf 705 ff. n.F., HGB Paragraf 105 ff., AktG/UmwG nur bei einschlägiger Strukturmaßnahme sowie Handelsregister-/Notarformvorgaben live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Fachlicher Kern — Gesellschaftsrecht und Corporate Law

  • Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel Anteilsklassen A / B / C / Common und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
  • Normenradar: GmbHG Paragraf 3, 5, 13, 15, 16, 30, 34, 35, 40, 43, 46, 47, 49 ff.; AktG Paragraf 76, 93, 111, 119, 130, 243 ff.; HGB Paragraf 105 ff., 161 ff.; MoPeG/GesRÄndG-Folgen; UmwG; FamFG/Registerrecht; GWB/Fusionskontrolle bei Transaktionen.
  • Rechtsprechungsanker: BGH, 21.04.1997 - II ZR 175/95 für Organpflichten und Informationsgrundlage; BGH, 20.11.2018 - II ZR 12/17 für Listen- und Legitimationsfragen. Weitere Entscheidungen nur mit frei prüfbarer Quelle.
  • Arbeitsmodus: Erst Gesellschaftsform, Organ, Beschlussweg, Vertretung, Registerlage, wirtschaftliches Ziel und Minderheitenposition sortieren; dann Treuepflicht, Kapitalerhaltung, Haftung, Transaktions-Closing und Beweis-/Vollzugsrisiko prüfen.
  • Outputpflicht: Beschluss-/Listenmatrix, Register-To-do, Board-/Beiratsvorlage, Closing-CP-Liste, Treuepflicht-Red-Team, Geschäftsführerhaftungsmemo oder Mandanten-Decision-Paper.
  • Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.

Triage — kläre vor der Klassenstruktur

  1. Liegt bereits ein Term Sheet oder LOI eines Investors vor — und fordert der Investor Vorzugsklassen?
  2. Sollen Gründer vor Investor-Verwässerung geschützt werden (dann: Super-Voting Common)?
  3. Ist ein ESOP-/VSOP-Pool geplant, der eine eigene Klasse benötigt?
  4. Besteht bei der aktuellen Gesellschafterstruktur bereits ein Klassenkonflikt-Risiko (z.B. 50/50 ohne Stichentscheid)?
  5. Sind bilinguale Klauselversionen (Deutsch/Englisch) für internationalen Investor erforderlich?

Zentrale Normen

  • Paragraf 45 GmbHG — Rechte der Gesellschafter; Abweichung von Satzungsstandards durch Satzung möglich.
  • Paragraf 47 GmbHG — Stimmrecht: 1 EUR Stammkapital = 1 Stimme Standard; Abweichungen in Satzung zulässig.
  • Paragraf 55 Abs. 2 GmbHG — Bezugsrecht bei Kapitalerhöhung; Ausschluss möglich bei sachlicher Rechtfertigung.
  • Paragraf 53 Abs. 2 GmbHG — Satzungsänderung: 75-%-Mehrheit; Einführung von Klassen erfordert Satzungsänderung.
  • Paragraf 14 GmbHG — Grundrechte der Gesellschafter: Gewinnanteil, Stimmrecht, Auskunft — können in Klassen differenziert werden.

Aktuelle Rechtsprechung

  • Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, tragender Aussage und frei prüfbarer Quelle verwenden.

Klassen-Übersichtstabelle

Klasse Typischer Inhaber Stimmrecht Liquidation Preference Anti-Dilution Veto-Rechte
Common Gründer / Management 1:1 (oder Super-Voting)
Class A (Series A) Erster institutioneller Investor 1:1 oder 1:1,2 1x non-participating Weighted Avg. broad Ja
Class B (Series B) Zweiter Investor 1:1 1x-1,5x non-participating Weighted Avg. broad Ja
Class C+ Spätere Runden 1:1 Pari passu oder 1x Weighted Avg. broad Ja
ESOP Common Mitarbeiter (Pool) — oder 1:1

Typische Klauseln

Liquidation Preference (1x non-participating)

Paragraf [X] Liquidation Preference

(1) Im Fall der Auflösung der Gesellschaft, eines Unternehmensverkaufs
(Share Deal oder Asset Deal) oder einer anderen Liquidationsmassnahme
erhalten die Inhaber von Anteilen der Klasse A (Class A) vor Verteilung
an die Inhaber von Common-Anteilen einen Betrag in Höhe des jeweils
geleisteten Ausgabepreises ihrer Class-A-Anteile (Liquidation Preference).

(2) Nach Auszahlung der Liquidation Preference nach Absatz 1 nehmen
die Inhaber der Class-A-Anteile nicht weiter am Resterlös teil
(non-participating).

(3) Class-A-Inhaber koennen anstelle der Liquidation Preference waehlen,
an der Verteilung anteilig nach Nominalanteil teilzunehmen, wenn dies für
sie rechnerisch vorteilhafter ist.

Anti-Dilution (Weighted Average broad-based)

Paragraf [Y] Anti-Dilution-Schutz

Bei einer Ausgabe neuer Anteile zu einem Preis pro Anteil (Issue Price),
der unter dem Ausgabepreis der Class-A-Anteile liegt (Down Round), wird
der Ausgabepreis der Class-A-Anteile angepasst auf Basis der folgenden
gewichteten Durchschnittsformel (Weighted Average, broad-based):

CP2 = CP1 × (A + B) / (A + C)

CP1 = bisheriger Class-A-Ausgabepreis
CP2 = angepasster Class-A-Ausgabepreis
A = Anzahl ausstehender Anteile vor Down-Round-Ausgabe
B = Gegenwert der neuen Anteile zum bisherigen CP1 in EUR
C = Anzahl tatsaechlich ausgegebener neuer Anteile

Die Anpassung erfolgt durch Ausgabe zusaetzlicher Class-A-Anteile oder
durch Aendrung des Ausgabepreises für ausstehende Class-A-Anteile.

Schritt-für-Schritt-Workflow

  1. Triage — 5 Triage-Fragen beantworten; Investor-Anforderungen klären.
  2. Klassensystem entwerfen — Common, Class A (B, C) und ESOP-Pool definieren.
  3. Stimmrecht — Super-Voting für Gründer? Mehrstimmrecht für bestimmte GV-Beschlüsse?
  4. Liquidation Preference — 1x non-participating Standard; participating nur auf expliziten Investor-Wunsch.
  5. Anti-Dilution — Weighted Average broad-based Standard; Full Ratchet nur bei Ausnahme-Investoren.
  6. Vetorechtskatalog — welche Beschlüsse erfordern Zustimmung des Class-A-Investors?
  7. Satzungsklauseln entwerfen — auf Basis der Muster oben; bilingual (D/E) bei internationalem Investor.
  8. Satzungsänderung — Notar-Termin; 75-%-Mehrheit; HR-Anmeldung.

Output-Template Klassenstruktur-Übersicht

Adressat: Investor / Gründer intern — Tonfall sachlich-präzise

KLASSENSTRUKTUR [FIRMENNAME] GMBH
Stand: [Datum]
Version: [Nr.]

CAP TABLE MIT KLASSEN
| Gesellschafter | Klasse | Anteile | % | Ausgabepreis | Liq. Pref. | Anti-Dil. | Veto |
|---------------|-------|---------|---|-------------|-----------|----------|------|
| [Gründer 1] | Common | [Nr.] |[%]| [EUR] | — | — | — |
| [Gründer 2] | Common | [Nr.] |[%]| [EUR] | — | — | — |
| [Investor A] | Class A | [Nr.] |[%]| [EUR] | 1x NP | WA broad | Ja |
| ESOP Pool | Common | [Nr.] |[%]| reserviert | — | — | — |

VETORECHTE CLASS A (Investor)
[ ] Kapitalerhöhung > [EUR]
[ ] Unternehmensverkauf / Liquidation
[ ] Änderung der Investorenrechte
[ ] Ausgabe neuer Vorzugsanteile
[ ] Dividenden-Beschluss

Rote Schwellen

  • Bezugsrechtsausschluss für neue Klasse ohne sachliche Rechtfertigung → anfechtbar (BGH Kali+Salz).
  • Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, tragender Aussage und frei prüfbarer Quelle verwenden.
  • Klassensystem ohne Satzungsgrundlage (nur in SHA) → keine dingliche Wirkung; schuldrechtlich nur.
  • Full-Ratchet-Anti-Dilution ohne explizite Zustimmung aller Gründer → Verwässerungsschutz kann ruinös wirken; sorgfältig verhandeln.

Quellen und Vertiefung

  • Paragraf 14, 45, 47, 53, 55 GmbHG (Gesellschafterrechte, Stimmrecht, Satzungsänderung, Kapitalerhöhung)
  • Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, tragender Aussage und frei prüfbarer Quelle verwenden.
  • Scholz/Seibt, GmbHG, Paragraf 47 Rn. 30-50

Übergabe an andere Skills

  • gesellschaftsgruender-gesellschaftervereinbarung — Liquidation Preference, Anti-Dilution im SHA
  • gesellschaftsgruender-genehmigtes-kapital — Ausgabe neuer Klassen aus genehmigtem Kapital
  • gesellschaftsgruender-kapitalerhoehung-bezugsrecht — ordentliche KE mit Bezugsrechtsausschluss
  • gesellschaftsgruender-klauselkatalog-bilingual — Klauseln in Deutsch und Englisch
Install via CLI
npx skills add https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht --skill share-classes-a-b-c
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