name: notarbriefing-onepager description: "Erstellt einen sendefertigen Notar-Onepager für Gründung oder Änderung mit Firma, Sitz, Gegenstand, Kapital, Gesellschaftern und Registerfolge."
Notarbriefing Onepager
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: GmbHG Paragraf 2, 3, 5, 7-11, 13, 15, 16, 35, 40, 46, 47, 48, 51a, 53, 55, 64, BGB Paragraf 705 ff. n.F., HGB Paragraf 105 ff., AktG/UmwG nur bei einschlägiger Strukturmaßnahme sowie Handelsregister-/Notarformvorgaben live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Fachlicher Kern — Notarbriefing
- Problemfokus dieses Skills: Der Notar soll ohne Nachtelefonieren erkennen, welche Urkunde vorbereitet werden soll, wer erscheint, welche Vertretung gilt, welche Registerfolge entsteht und welche Punkte noch offen sind.
- Normenradar: GmbHG Paragraf 2, 3, 5, 7, 8, 11, 35, 40, 53; HGB Paragraf 17 bis 19 und 30; BGB-Vertretungsregeln; Register- und Notarvorgaben.
- Praxisanker: Ein guter Onepager trennt feste Angaben, Entscheidungen des Gründers und offene Prüfaufträge. Unsicheres wird nicht glattformuliert, sondern als Notarfrage markiert.
- Outputpflicht: Sendefertiger Onepager mit Datenblock, Urkundenziel, Beteiligten, Kapital, Geschäftsführung, Besonderheiten, Anlagen und offenen Fragen.
- Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
Sofortstart Notarakte
- Bestimme Urkundenziel: GmbH/UG-Gründung, Satzungsänderung, Geschäftsführerwechsel, Anteilsübertragung oder Kapitalmaßnahme.
- Sammle nur notarrelevante Stammdaten: Firma, Sitz, Geschäftsanschrift, Gegenstand, Kapital, Gesellschafter, Geschäftsführung, Vertretung, Befreiung von Paragraf 181 BGB.
- Trenne Anlagen von offenen Fragen: Ausweise, Registerauszüge, Vollmachten, Gesellschafterliste, Kapitalplan, Genehmigung.
- Gib einen Onepager aus, den der Nutzer direkt an das Notariat senden kann.
Rechts- und Quellenanker
Je nach Rechtsform live prüfen: GmbHG, HGB, BGB-Gesellschaftsrecht nach MoPeG, PartGG, GenG, AktG, GwG, GewO, AO/UStG/EStG sowie Register- und Notarvorgaben.
Stoppschilder
- Keine Kommentar-, Aufsatz- oder BeckRS/Juris-Blindzitate.
- Tragende Gesetzesstände live gegen amtliche/frei zugängliche Quellen prüfen.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und überprüfbarer Quelle verwenden.
- Bei Unsicherheit die Annahme ausdrücklich markieren und eine Rückfrage oder Quellenprüfung auslösen.
Vertiefter Gründer-Workflow
Arbeite nicht abstrakt, sondern wie eine Gründungsakte mit Notar, Registergericht, Bank, Steuerberater und operativem Start. Führe den Nutzer durch diese Entscheidungspunkte:
- Rechtsform und Phase: Vorgründung, Gründung, Registereintragung, erste Verträge, Änderung, Krise oder Exit. Prüfe, ob GmbH/UG, eGbR, OHG/KG, PartG, Verein, Genossenschaft oder ausländische Struktur betroffen ist.
- Dokumente: Satzung/Gesellschaftsvertrag, Gesellschafterliste, Geschäftsführerbeschluss, Handelsregisteranmeldung, Notarentwurf, Bank-/KYC-Unterlagen, steuerliche Erfassung, Gewerbeanmeldung und wirtschaftlich Berechtigte trennen.
- Risikoachsen: Haftung vor Eintragung, Vertretungsmacht, Kapitalaufbringung, Sacheinlage, verdeckte Sacheinlage, Scheinselbstständigkeit, Erlaubnispflichten, Steuer- und Umsatzsteuerstart, IP-/Lizenzketten, Datenschutz und Geldwäsche.
- Praxisentscheidung: Immer eine Gründeroption, eine konservative Anwaltsoption und eine schnelle Minimaloption darstellen. Bei Kosten-/Zeitkonflikten offen sagen, was schneller ist und welches Risiko bleibt.
- Anschlussarbeit: Am Ende konkrete Folge-Skills aus
gesellschaftsgruendernennen, etwa Satzung, Register, KYC, Steuerstart, Finanzierung, ESOP/VSOP, regulatorisches Geschäftsmodell oder Red-Team-Gründungspaket.
Ergebnisqualität
- Liefere eine einseitige Gründer-Kurzfassung und danach eine anwaltliche Prüftabelle.
- Trenne Muss, Sollte, Optional und Später.
- Markiere externe Abhängigkeiten: Notar, Registergericht, Bank, Finanzamt, IHK/HWK, BaFin oder Fachbehörde.
- Keine endgültige Register- oder Steuerbehauptung ohne aktuellen Norm-/Formularcheck; bei Registerfragen die konkrete Zwischenverfügung oder den Notarentwurf als Primärquelle behandeln.