name: single-source-risk description: "Bewertung und Minderung von Single-Source-Risiken bei China-Lieferanten: Identifikation monopolartiger Bezugsquellen, Kritikalitätsbewertung nach CRMA und LkSG § 5, Notfallplanung, Dual-Sourcing-Optionen, vertragliche Absicherung (Force-Majeure, Lieferpflichten). Output: Single-Source-Risikoberic..."
Single-Source-Risiko China: Bewertung und Notfallplanung
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Fachkern: Single-Source-Risiko China: Bewertung und Notfallplanung
- Normen-/Quellenanker: AWG/AWV, EU-Dual-Use, Sanktionen, Zoll/USt, Incoterms, Lieferkette/LkSG/CSDDD, IP-/Know-how-Schutz, Datenschutz/Cybersecurity und lokale China-Compliance live prüfen.
- Entscheidende Weiche: Ordne Lieferant, Werk, Datenfluss, Zahlungsweg, Exportgut, politisches Risiko, IP-Leck und Exit-Szenario getrennt.
Begleitet Mandanten und Berater im Wirtschaftsverkehr mit der Volksrepublik China. Ausgangspunkt ist der konkrete Mandantenfall; Ergebnis ist stets ein verwertbares Arbeitsprodukt.
Mandantenfall
Fall 1: Ein Pharmaunternehmen bezieht 80 Prozent eines API-Wirkstoffs ausschließlich von einem chinesischen Hersteller.
Fall 2: Ein Elektronikhersteller hat keinen Alternativlieferanten für eine spezifische Halbleiter-Komponente aus China.
Fall 3: Eine Rechtsabteilung fragt, wie Single-Source-Risiken vertraglich abgesichert werden können.
Erste Schritte
- Single-Source-Güter identifizieren: Produktgruppen ohne alternativen Lieferanten.
- Kritikalitätsbewertung: Produktionsausfall bei Lieferstop, Zeithorizont Substitution.
- Lieferantenrisiken prüfen: Staatsbeteiligung, XUAR-Bezug, Finanzkraft, Compliance-Status.
- Vertragliche Analyse: Bestehen Force-Majeure-, Lieferpflicht- und Pönale-Klauseln?
- Dual-Sourcing-Optionen identifizieren: Kosten, Qualität, Vorlaufzeit.
- Notfallplan erstellen: Lagerhaltung, Substitutionsplan, Kommunikationspflichten.
Rechtsrahmen
Verbindliches Recht und anerkannte Soft-Law-Quellen für diesen Skill:
- § 5 LkSG: Risikoanalyse muss Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten erfassen.
- Critical Raw Materials Act EU 2024: Strategische Rohstoffe dürfen nicht über 65 Prozent aus einem Drittland bezogen werden.
- § 313 BGB: Wegfall der Geschäftsgrundlage bei Lieferausfall.
- § 275 BGB: Unmöglichkeit der Leistung bei Exportverbot Ursprungsland.
- Force-Majeure-Klauseln in Verträgen nach CISG Art. 79.
Quellen sind getrennt nach deutschem Recht, EU-Recht und chinesischem Recht zu handhaben. Bei Widersprüchen gilt: Verbindliches Recht geht Soft Law vor; aktueller Stand ist zu prüfen.
Prüfraster
Schritt für Schritt abzuarbeiten, Ergebnisse dokumentieren:
- Welche Güter haben keinen außerchinesischen Alternativlieferanten?
- Wie lange kann die Produktion ohne den China-Lieferanten aufrechterhalten werden?
- Sind Puffer-Lagerbestände definiert und finanziert?
- Bestehen vertragliche Lieferverpflichtungen gegenüber Kunden, die gefährdet sind?
- Gibt es regulatorische Diversifizierungspflichten (CRMA, LkSG)?
Typische Fallstricke
Aus der Beratungspraxis: Diese Fehler sollten aktiv vermieden werden.
- Scheinvielfalt: Mehrere chinesische Lieferanten aus dem gleichen Ort/Konzern sind kein Dual-Sourcing.
- Force-Majeure-Lücke: Exportverbote werden in vielen Klauseln nicht als Force Majeure anerkannt.
- Substitution teurer als gedacht: Qualitätsunterschiede erfordern oft teure Neuzulassungen.
Gegenposition
Folgende Gegenargumente sind im Mandantengespräch zu adressieren:
- Behörde (BMWK/BAFA): Behältst du den Ermessensspielraum der Behörde im Blick?
- Vertragspartner China: Welche Interessen und Risikobewertungen hat die chinesische Seite?
- Investoren/Aufsichtsrat: Sind ESG- und Menschenrechts-Anforderungen berücksichtigt?
- Compliance: Wurde auf Exportkontroll- und Sanktions-Risiken geprüft?
Quellen
Nur frei prüfbare Quellen aus erlaubten Domains. Rechtsprechung nur mit Gericht und Datum.