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Deutsche Rechtsgeschichte: Entwicklung der Rechtsquellenhierarchie. Ius commune und ius particulare, territoriale Souveraenitaet, Rangfolge in Kaiserreich und Weimarer Republik sowie das moderne GG-System.

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/6/2026

name: rechtsquellen-hierarchie-historisch description: "Deutsche Rechtsgeschichte: Entwicklung der Rechtsquellenhierarchie. Ius commune und ius particulare, territoriale Souveraenitaet, Rangfolge in Kaiserreich und Weimarer Republik sowie das moderne GG-System."

Rechtsquellenhierarchie historisch

Worum es geht

Die Rechtsquellenhierarchie ist historisch kein unveraendertes System. Im gemeinen Recht galt Reichsrecht vor Territorialrecht (Reichsrecht bricht Landrecht), aber das ius commune (roemisches Recht) konkurrierte mit partikularrechtlichen Gewohnheiten. Die Reichsverfassung 1871 schuf eine normative Hierarchie mit Reichsgesetzen und Landesgesetzen. Die WRV 1919 kannte Reichsrecht und Landesrecht; Reichsverfassungsrecht brach entgegenstehendes Landesrecht (Art. 13 WRV). Das GG 1949 errichtet ein mehrstufiges System: Verfassungsrecht, Bundesgesetze, Landesgesetze, Satzungen, mit EU-Recht als supranationaler Ebene.

Kernnormen / Kernquellen

  • EGBGB Art. 2 (historisch): Roemisches Recht als gemeines Recht vor BGB-Geltung
  • Reichsverfassung 1871 Art. 2: Reichsrecht bricht Landrecht
  • WRV Art. 13: Reichsrecht bricht Landesrecht
  • GG Art. 31: Bundesrecht bricht Landesrecht
  • GG Art. 20 Abs. 3: Bindung an Gesetz und Recht (Rechtsstaatsprinzip)
  • GG Art. 100: Vorlagepflicht bei Verfassungswidrigkeit eines Gesetzes

Akteure und Institutionen

  • Friedrich Carl von Savigny: Rechtsquellenlehre in System des heutigen Roemischen Rechts Bd. I (1840)
  • Georg Friedrich Puchta (1798-1846): Gewohnheitsrecht und Gesetzesrecht
  • Georg Jellinek (1851-1911): Allgemeine Staatslehre, Rechtsquellenbegriff
  • BVerfG: Konkrete Normenkontrolle als institutioneller Hueter der Hierarchie

Typische Streitfragen / Forschungsfragen

  1. Galt das roemische Recht als ratio scripta oder nur als subsidiares Recht?
  2. Gewohnheitsrecht: Hat es noch Rang neben kodifiziertem Recht?
  3. Verhältnis EU-Recht / GG: Wer bestimmt den Vorrang?
  4. Satzungsrecht von Koerperschaften: Wo in der Hierarchie?
  5. Richterrecht als Rechtsquelle: Deutschland vs. Common Law

Methodik

  • Savignys Rechtsquellenlehre: primaaer Edition von 1840 zitieren
  • Reichsverfassung 1871: ALEX/ÖNB
  • GG: gesetze-im-internet.de
  • BVerfGE zur Normenkontrolle: bverfg.de
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