name: neu-008-kaiserreichsverfassung-1871-bundesstaat-und-reichsre description: "Deutsche Rechtsgeschichte: Kaiserreichsverfassung 1871 Bundesstaat und Reichsrecht im Deutsche Rechtsgeschichte."
Deutsche Rechtsgeschichte: 008 Kaiserreichsverfassung 1871 Bundesstaat Und Reichsre
Historische Quellenanker
Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:
Art. 20 Abs. 3 GG— rechtsstaatlicher Gegenwartsanker.Art. 1 Abs. 1 GG— Menschenwuerde als Zäsur- und Kontinuitaetsmassstab.Art. 123 Abs. 1 GG— Fortgeltung vorkonstitutionellen Rechts.Art. 125 GG— Fortgeltung als Bundesrecht.Art. 126 GG— Meinungsverschiedenheiten über Fortgeltung.Art. 20 Einigungsvertrag— öffentlicher Dienst und Rechtsuebergang.Art. 21 Einigungsvertrag— Verwaltungsvermögen.Art. 22 Einigungsvertrag— Finanzvermoegen.§ 1 VermG— Anwendungsbereich Vermögensgesetz.§ 3 VermG— Rückübertragung.
Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — Verjährung nach jeweiliger Quelle; heutige Relevanz über Art. 184 ff. EGBGB und Auslegungshilfe für Grundrechtsverständnis.
- Tragende Normen verifizieren: Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, Carolina (CCC 1532), Preußisches ALR 1794, Code civil (1804), Sächsisches BGB 1865, BGB 1900, WRV 1919, GG 1949; rechtshistorische Quellen MGH, Constitutiones — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Rechtshistoriker, Quelleneditionen, Lehrstühle für deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsrechtler (Auslegungshintergrund), Restitutionsverfahren mit historischem Anker.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Quellenedition, rechtshistorisches Gutachten, Vorlesungsskript, dogmenhistorischer Aufsatz, Verfassungsentstehungsgeschichte — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Verfassung
- Verkuendung 16.04.1871.
- Bundesstaat aus 25 Staaten + Reichsland Elsass-Lothringen.
- Erbliches Reichspraesidium beim Koenig von Preussen ("Deutscher Kaiser").
Organe
- Kaiser: Vertretung im Aussenverhaeltnis, Oberbefehl, Beamtenernennung.
- Bundesrat: Vertretung der Mitgliedstaaten (gewichtetes Stimmrecht; Preussen 17 von 58 Stimmen).
- Reichstag: gewaehlt nach allgemeinem gleichem direktem Wahlrecht (Maenner ab 25).
- Reichskanzler: einziger Reichsminister; Praesident des Bundesrats.
Gesetzgebung
- Reichsrecht bricht Landesrecht im Bereich der Reichszuständigkeit.
- Wichtige Reichsgesetze:
- Reichsstrafgesetzbuch 15.05.1871 (in Kraft 01.01.1872).
- Gerichtsverfassungsgesetz 27.01.1877.
- Zivilprozessordnung 30.01.1877.
- Konkursordnung 10.02.1877.
- BGB 18.08.1896 (in Kraft 01.01.1900).
- HGB 10.05.1897 (in Kraft 01.01.1900).
Sozialgesetzgebung Bismarcks
- Krankenversicherungsgesetz 15.06.1883.
- Unfallversicherungsgesetz 06.07.1884.
- Rentenversicherungsgesetz 22.06.1889.
Ende
- November-Revolution 1918.
- Abdankung Wilhelms II. 09.11.1918.
- Ueberleitungsgesetz und Weimarer Reichsverfassung 11.08.1919.
Heutige Bedeutung
- BGB / HGB / StGB als direkte Erben.
- Sozialversicherung 1883-1889 als Grundlage des modernen Systems.