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Konsultation der Betroffenen oder ihrer Vertreter nach Art. 35 Abs. 9 DSGVO im Rahmen einer DSFA: Pruefung Erforderlichkeit Form Reichweite Dokumentation. Output: Konsultationsplan mit Begruendung Form und Dokumentation.

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/7/2026

name: dsfa-stakeholder-konsultation-art-35-9 description: "Konsultation der Betroffenen oder ihrer Vertreter nach Art. 35 Abs. 9 DSGVO im Rahmen einer DSFA: Prüfung Erforderlichkeit Form Reichweite Dokumentation. Output: Konsultationsplan mit Begruendung Form und Dokumentation."

Stakeholder-Konsultation nach Art. 35 Abs. 9 DSGVO

Wann dieses Modul hilft

  • Bei DSFA mit Beschäftigtendaten (Betriebsrat als Vertretung)
  • Bei DSFA mit Patientendaten oder Kundendaten in grossem Umfang
  • Bei öffentlichen Konsultationen (z. B. Smart-City-Projekte)
  • Wenn die Aufsichtsbehoerde im Vorabkonsultationsverfahren Art. 36 Stakeholder-Beteiligung erwartet
  • Bei KI-Systemen, die viele Betroffene treffen

Rechtlicher Rahmen

  • Art. 35 Abs. 9 DSGVO: Der Verantwortliche holt gegebenenfalls den Standpunkt der betroffenen Personen oder ihrer Vertreter zu der beabsichtigten Verarbeitung ein, unbeschadet des Schutzes gewerblicher oder öffentlicher Interessen oder der Sicherheit der Verarbeitungsvorgaenge.
  • § 26 BDSG, BetrVG (§§ 87, 90, 94): Beteiligung des Betriebsrats bei Beschäftigtendatenverarbeitungen mit Mitbestimmungsbezug.
  • EDSA-Leitlinien WP 248 rev.01 zur Konsultation.
  • EDSA-Stellungnahmen zur Konsultation in komplexen Verarbeitungen.

Ablauf 6-Schritte-Methodik

  1. Verarbeitungsbeschreibung. Welche Verarbeitung? Welche Betroffenenkreise? Gibt es etablierte Vertretungen (Betriebsrat, Patientenvertretung, Verbraucherverbaende)?
  2. Verhältnismäßigkeitspruefung. Ist eine Konsultation angemessen (Art. 35 Abs. 9 verlangt nur soweit angemessen)? Faktoren: Eingriffstiefe, Anzahl Betroffener, Erkennbarkeit der Verarbeitung, Existenz strukturierter Vertretung.
  3. Risikoanalyse. Risiken bei Konsultation: Geheimhaltungsinteressen, Wettbewerb, Sicherheitsrisiken. Risiken ohne Konsultation: Reputationsverlust, Aufsichtsanstoss, Akzeptanzproblem.
  4. Maßnahmen / Form der Konsultation.
  • Schriftliche Konsultation des Betriebsrats mit Beschreibung der Verarbeitung
  • Umfrage unter Betroffenenstichprobe
  • Workshop oder Diskussionsrunde
  • Oeffentliche Anhörung (öffentliche Stellen)
  • Verbaendekonsultation (Verbraucherzentralen, Datenschutzvereine)
  1. Restrisiko. Bewertung des Konsultationsergebnisses und Eingang in die DSFA. Wenn Konsultation unterbleibt: Begruendung dokumentieren (Art. 35 Abs. 9 Halbsatz 2 — Schutzinteressen).
  2. Konsultation / Genehmigung. DSB einbinden; Ergebnis der Stakeholder-Konsultation explizit in der DSFA verarbeiten.

Mustertext / Template

STAKEHOLDER-KONSULTATION DSFA [DATUM]

Verarbeitung: [BEZEICHNUNG]
Verantwortlicher: [NAME]

1. Betroffenenkreise
- [Beschaeftigte / Kunden / Patienten / Buerger / ...]
- Anzahl (ca.): [X]

2. Identifizierte Vertretungen
- Betriebsrat: [Ansprechpartner, BetrVG-Bezug]
- Verbraucherverband: [...]
- Sonstige: [...]

3. Angemessenheit der Konsultation
[ ] erforderlich (Begruendung: [...])
[ ] entbehrlich (Begruendung Art. 35 Abs. 9 Halbsatz 2: [...])

4. Form der Konsultation
[ ] schriftliche Stellungnahme Betriebsrat (BetrVG §§ 87, 90, 94)
[ ] strukturierte Umfrage (Stichprobe N=[X])
[ ] Workshop / Diskussionsrunde
[ ] öffentliche Anhörung
[ ] Verbaendebeteiligung

5. Zeitplan
- Versand / Einladung: [DATUM]
- Rueckmeldefrist: [DATUM]
- Auswertung: [DATUM]
- Aufnahme in DSFA: [DATUM]

6. Verwertung
[Wie wird das Ergebnis in der DSFA verarbeitet? Welche Punkte fuehren zu Massnahmen-Anpassungen?]

7. Schutzinteressen
[Welche Informationen sind aus Gruenden Wettbewerb / Sicherheit / Geheimhaltung nicht offengelegt? Begruendung.]

Unterschrift Verantwortlicher: ____________________
Unterschrift DSB: ____________________

Beispielfaelle Konsultationspflicht

  • KI-Personalauswahl im Konzern: schriftliche Stellungnahme Betriebsrat plus Mitarbeiterumfrage.
  • Patientenakten-Migration in Cloud: Patientenvertretung anhoeren, Patienteninformation vorbereiten.
  • Smart-City-Sensorik: öffentliche Anhörung, Verbaendebeteiligung Datenschutzverein.
  • Connected-Vehicle-Telematik: Verbraucherverbaende anhoeren, ggf. Nutzerstichprobe.
  • Schueler-Lernplattform: Eltern- und Schuelervertretung anhoeren, Landesdatenschutz informieren.

Form der Dokumentation

  • Verteilte Fragenliste mit Datum, Empfaengerkreis, Rueckmeldefrist.
  • Eingaenge protokolliert mit Datum und Eingangsnummer.
  • Auswertung mit Begruendung welche Hinweise wie in die DSFA eingeflossen sind.
  • Nicht aufgenommene Hinweise mit Begruendung der Nicht-Beruecksichtigung.
  • Anonymisierung der Stellungnahmen wenn personenbezogen.

Typische Fehler

  • Konsultation wird ganz unterlassen ohne dokumentierte Begruendung — Verstoss gegen Art. 35 Abs. 9 und Art. 5 Abs. 2 DSGVO.
  • Konsultation wird nur formal durchgefuehrt, Ergebnis nicht in die DSFA aufgenommen.
  • Betriebsrat wird umgangen, obwohl Mitbestimmung nach BetrVG ausgeloest ist.
  • Konsultation wird nach DSFA-Abschluss durchgefuehrt — verfehlt den Zweck der Risikoabwaegung.
  • Schutzinteressen werden pauschal behauptet ohne konkrete Begruendung.
  • Bei öffentlichen Stellen werden Beteiligungsrechte nach Landesrecht uebersehen.
  • Eingaenge der Stakeholder werden nicht im Verarbeitungsverzeichnis Art. 30 verlinkt.

Quellen Stand 06/2026

  • Art. 35 Abs. 9 DSGVO
  • § 26 BDSG; §§ 87, 90, 94 BetrVG
  • EDSA-Leitlinien WP 248 rev.01
  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe verifizieren
  • Literatur: Kommentar- und Aufsatzfundstellen nur bei eigener Quelle
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