dsfa-bfdi-und-laender-blacklist

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Abgleich einer Verarbeitung mit der BfDI-Pflichtliste nach Art. 35 Abs. 4 DSGVO und mit den Listen der Landesdatenschutzbehoerden. Output: dokumentierter Listenabgleich mit Trefferanalyse und ggf. Verweis auf zwingende DSFA.

Klotzkette By Klotzkette schedule Updated 6/7/2026

name: dsfa-bfdi-und-laender-blacklist description: "Abgleich einer Verarbeitung mit der BfDI-Pflichtliste nach Art. 35 Abs. 4 DSGVO und mit den Listen der Landesdatenschutzbehoerden. Output: dokumentierter Listenabgleich mit Trefferanalyse und ggf. Verweis auf zwingende DSFA."

BfDI- und Länder-Blacklist Abgleich

Zweck

Führt einen sauberen Abgleich einer konkreten Verarbeitungstaetigkeit mit der Pflichtliste der zuständigen Aufsichtsbehoerde nach Art. 35 Abs. 4 DSGVO (Blacklist) und mit der Whitelist nach Art. 35 Abs. 5 DSGVO durch. Ergebnis ist ein dokumentierter Listenabgleich, der die Erforderlichkeit oder Entbehrlichkeit einer DSFA stuetzt.

Wann dieses Modul hilft

  • In der DSFA-Trigger-Prüfung (Schwellwertanalyse)
  • Bei einer Aufsichtsanfrage zur Begruendung einer durchgefuehrten oder unterlassenen DSFA
  • Bei wesentlichen Änderungen der Verarbeitung
  • Wenn unklar ist, welche Landesdatenschutzbehoerde zuständig ist (Sitzland-Prüfung)

Rechtlicher Rahmen

  • Art. 35 Abs. 4 DSGVO: Aufsichtsbehoerden erstellen und veröffentlichen Listen der Verarbeitungstaetigkeiten, für die eine DSFA durchzufuehren ist.
  • Art. 35 Abs. 5 DSGVO: Aufsichtsbehoerden können Listen veröffentlichen, für die keine DSFA erforderlich ist (Whitelist).
  • Art. 35 Abs. 6 DSGVO: Listen werden dem Ausschuss EDSA uebermittelt, Koehaerenzverfahren bei grenzueberschreitenden Verarbeitungen.
  • § 40 BDSG: Zuständigkeit der Landesdatenschutzbehoerden für den nicht-öffentlichen Bereich.
  • § 67 BDSG verweist auf die Pflichtliste im öffentlichen Bereich des Bundes.
  • EDSA-Leitlinien WP 248 rev.01 als Auslegungshilfe.

Ablauf 6-Schritte-Methodik

  1. Verarbeitungsbeschreibung. Welche Verarbeitung soll abgeglichen werden? Konkrete Bezeichnung, Branche, eingesetzte Technologie, Datenkategorien.
  2. Verhältnismäßigkeitspruefung. Zustaendige Aufsichtsbehoerde ermitteln: Bund (BfDI) für öffentliche Stellen des Bundes, Telekommunikation und Postwesen; Länder für den nicht-öffentlichen Bereich, sortiert nach Sitzland des Verantwortlichen.
  3. Risikoanalyse Listenabgleich. Aktuelle Blacklist der zuständigen Behörde live abrufen (bfdi.bund.de bzw. Landesbehoerde). Treffer dokumentieren mit konkretem Listenpunkt und Datum des Abrufs.
  4. Maßnahmen. Prüfen ob die Verarbeitung exakt unter einen Listenpunkt faellt oder nur partiell. Bei partieller Deckung: Begruendung warum trotzdem oder warum nicht DSFA-pflichtig.
  5. Restrisiko. Falls Blacklist-Treffer: DSFA zwingend. Falls Whitelist-Treffer: DSFA entbehrlich, Dokumentation der Whitelist-Position. Falls weder noch: Prüfung nach Art. 35 Abs. 1 und Abs. 3 DSGVO erforderlich.
  6. Konsultation / Genehmigung. Listenabgleich dem DSB vorlegen, gegenzeichnen lassen, in das Verarbeitungsverzeichnis nach Art. 30 verlinken.

Mustertext / Template

LISTENABGLEICH NACH ART. 35 ABS. 4 / ABS. 5 DSGVO [DATUM]

Verarbeitung: [BEZEICHNUNG]
Verantwortlicher: [NAME, SITZLAND]
Zustaendige Aufsichtsbehoerde: [BfDI / LfDI BW / LDA Bayern / ...]

Quelle Blacklist (Stand): [URL, Abrufdatum]
Quelle Whitelist (Stand): [URL, Abrufdatum]

Pruefung Blacklist
- Listenpunkt 1: [Bezeichnung] — Treffer ja / nein — Begruendung
- Listenpunkt 2: [Bezeichnung] — Treffer ja / nein — Begruendung
- ...

Pruefung Whitelist
- Listenpunkt: [Bezeichnung] — Treffer ja / nein — Begruendung

Ergebnis
[ ] BLACKLIST-TREFFER — DSFA zwingend nach Art. 35 Abs. 4 DSGVO
[ ] WHITELIST-TREFFER — DSFA entbehrlich nach Art. 35 Abs. 5 DSGVO
[ ] KEIN LISTENTREFFER — Pruefung nach Art. 35 Abs. 1, 3 DSGVO fortsetzen

Naechster Schritt: [Vollstaendige DSFA / Dokumentation / Weiterleitung an Skill]

Unterschrift: ____________________

Praxishinweise zur Zuständigkeit

  • Nicht-öffentlicher Bereich: Landesdatenschutzbehoerde am Sitz des Verantwortlichen.
  • Oeffentlicher Bereich Bund (Bundesbehoerden, Telekommunikation, Post): BfDI.
  • Oeffentlicher Bereich Land: jeweilige Landesdatenschutzbehoerde.
  • Grenzueberschreitende Verarbeitung Art. 56 DSGVO: Federfuehrungsbehoerde am Sitz der Hauptniederlassung.
  • Konzern mit mehreren Sitzlaendern: Hauptniederlassung nach Art. 4 Nr. 16 DSGVO bestimmen.

Typische Fehler

  • Nur BfDI geprueft, Landesbehoerde uebersehen — im nicht-öffentlichen Bereich ist regelmaessig die Landesbehoerde des Sitzlandes zuständig.
  • Listenstand veraltet — Listen werden fortgeschrieben, immer aktuelles Datum dokumentieren.
  • Partielle Deckung als Volltreffer behandelt — Listenpunkte sind typenoffen, aber konkret zu prüfen.
  • Whitelist als Freibrief verstanden — Whitelist entlastet nur, wenn die Verarbeitung exakt zur Listenposition passt.
  • Keine Dokumentation des Abrufdatums — Aufsicht kann den Stand nicht nachvollziehen.
  • Grenzueberschreitende Verarbeitung: Federfuehrungsbehoerde nach Art. 56 DSGVO uebersehen.
  • Konzerngesellschaften mit Sitz in mehreren Bundeslaendern: jede Gesellschaft hat eigene Aufsicht; nicht zentralisieren.
  • Konflikt Bundes- versus Landesliste: bei Doppelpflicht die strengere Vorgabe anwenden.

Beispielfaelle

  • Kreditscoring-Plattform: regelmaessig auf mehreren Landeslisten (Scoring + automatisierte Entscheidung).
  • Patientenakte mit Cloud-Speicherung: meist auf BfDI- bzw. Landesliste (besondere Kategorien Art. 9 + neue Technologie).
  • Videoueberwachung Bahnhofsvorplatz: Art. 35 Abs. 3 lit. c DSGVO unmittelbar und zusaetzlich Listentreffer wegen öffentlichem Bereich.
  • KI-Personalauswahl: regelmaessig Listentreffer wegen Profiling und neuen Technologien.

Quellen Stand 06/2026

  • Art. 35 Abs. 4, 5, 6 DSGVO
  • § 40, § 67 BDSG
  • BfDI: bfdi.bund.de — Pflichtliste und Whitelist (live prüfen)
  • LfDI Baden-Wuerttemberg, LDA Bayern, BlnBDI Berlin, HmbBfDI Hamburg, HBDI Hessen, LfDI Rheinland-Pfalz, LfD Niedersachsen, LDI NRW, ULD Schleswig-Holstein, LfDI Saarland, SaechsDSB, LfD Sachsen-Anhalt, TLfDI, LfD Mecklenburg-Vorpommern, LfDI Bremen, LfD Brandenburg — eigene Listen abrufen
  • EDSA-Leitlinien WP 248 rev.01
  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe verifizieren
  • Literatur: Kommentar- und Aufsatzfundstellen nur bei eigener Quelle
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