name: verhandlungsplan-vertragsschluss description: "Vergleich und Verhandlungsplan im BGB BT: Vergleichskorridore, Verhandlungsführung, Dokumentation."
Workflow: Vergleich und Verhandlungsplan
Normanker
- § 779 BGB: Vergleichsvertrag (gegenseitiges Nachgeben)
- § 397 BGB: Erlass (einseitiger Verzicht)
- § 781 BGB: Schuldanerkenntnis
- § 254 BGB: Mitverschulden (beeinflusst Vergleichskorridor)
- § 794 ZPO: Vollstreckungstitel durch gerichtlichen Vergleich
- BRAO §§ 43a und 49 ff.: Anwaltliche Pflichten bei Vergleichsverhandlungen
Intake
- Was ist das Verhandlungsziel des Mandanten (maximale Forderung, Minimalakzeptanz)?
- Wie hoch ist das Prozesskostenrisiko im Klagefall?
- Was sind die starken und schwachen Punkte der eigenen Position?
- Gibt es zeitlichen oder wirtschaftlichen Druck für den Mandanten?
- Soll der Vergleich als gerichtlicher Vergleich (Vollstreckungstitel) oder außergerichtlich geschlossen werden?
Prüfraster
- Verhandlungsziel definieren: Maximalforderung, Verhandlungsspielraum, Minimalakzeptanz
- BATNA bestimmen: Best Alternative To Negotiated Agreement; was passiert ohne Vergleich?
- Gegenseiten-BATNA abschätzen: welchen Druck hat die Gegenseite zum Vergleich?
- Vergleichskorridor berechnen: zwischen eigenem Mindestbetrag und Gegenseiten-Maximum
- Verhandlungsstrategie: Angebot-Abfolge, Zugeständnisse planen, Verhandlungsführung
- Vergleichsvertrag: § 779 BGB-Anforderungen (gegenseitiges Nachgeben, schriftlich empfohlen)
- Vollständigkeit des Vergleichs: alle Streitpunkte regeln; keine offenen Fragen lassen
- Vollstreckungstitel: gerichtlicher Vergleich nach § 794 ZPO für sofortige Vollstreckbarkeit
Fallstricke
- Vergleichsvertrag regelt nicht alle Streitpunkte; neuer Streit entsteht.
- Gegenseitiges Nachgeben fehlt: dann kein Vergleich nach § 779 BGB, sondern Erlass.
- Vollstreckungstitel-Option nicht genutzt: Vollstreckung erfordert später erneuten Klageweg.
- Mandant nicht ausreichend über Prozesskostenrisiko und Vergleichsalternative aufgeklärt.
Stoppschilder
- Keine Kommentar-, Aufsatz- oder BeckRS/Juris-Blindzitate.
- Tragende Gesetzesstände live gegen amtliche/frei zugängliche Quellen prüfen.
- Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und überprüfbarer Quelle verwenden.
- Bei Unsicherheit die Annahme ausdrücklich markieren und eine Rückfrage oder Quellenprüfung auslösen.
Anschluss-Skills
- vergleich-paragraph-779
- workflow-red-team-gegenseite
- workflow-output-gutachten-klage-brief
- bt-fristen-erklaerungen-zugang