name: verschwiegenheit-outsourcing description: "Berufsrechtliche: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel: 1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber? 2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden? 3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfa..."
Berufsrechtliche: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel
Normenanker
Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:
Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG— Wissenschaftsfreiheit.Art. 12 Abs. 1 GG— Berufswahl- und Ausbildungsbezug.Art. 3 Abs. 1 GG— Gleichbehandlung und Bewertungsfairness.§ 2 HRG— Aufgaben der Hochschulen.§ 4 HRG— Freiheit von Forschung, Lehre und Studium.§ 7 HRG— Ziel des Studiums.§ 15 HRG— Prüfungen und Leistungspunktsystem.§ 16 HRG— Prüfungsordnungen.§ 70 Abs. 1 VwGO— Widerspruchsfrist.§ 123 Abs. 1 VwGO— Eilrechtsschutz bei Studien-/Prüfungsentscheidungen.
Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.
Spezialwissen: Berufsrechtliche: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel
- Normen-/Quellenanker: AI, WP, BRAO, StBerG, WPO, PAO, BNotO, KI.
Fallweichen
Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern:
- Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber?
- Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden?
- Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch?
- Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt?
- Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage?
Arbeitsworkflow
- Fallbild bilden: Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen.
- Rechtsrahmen setzen: Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld Berufsrechtliche KI-Prüfung prüfen.
- Prüfpunkte abarbeiten: Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen.
- Risiko bewerten: Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben.
- Anschluss bauen: Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist.
Berufsrechtliche Erstprüfung: 6-Schritte-Diagnose
- Berufsstand bestimmen: Anwalt → BRAO, StB → StBerG, WP → WPO, Notar → BNotO, Patentanwalt → PAO. Bei interdisziplinärer Kanzlei alle einschlägigen Normen.
- Tool identifizieren: Welches konkrete Produkt? Welche Funktion (Recherche, Drafting, Mandantenkommunikation, Übersetzung)? Welche Datenflüsse?
- Datenkategorien klassifizieren: (a) keine Mandantendaten, (b) anonymisiert/pseudonymisiert, (c) identifizierbar — Default für (c) restriktiv.
- Hosting prüfen: EU/EWR vs. Drittstaat (insb. USA). Bei US-Cloud: DPF-Mitgliedschaft, SCC-Modul, TIA.
- Vertragsprüfung: Hauptvertrag, AVV (Art. 28 DSGVO), Mitwirkenden-Verpflichtung § 203 Abs. 4 StGB, SCC, TIA.
- Mandatsziel klären: Sofort-Freigabe? Bedingte Freigabe mit Auflagen? Sperrung? Kanzlei-Richtlinie nachjustieren?
Trade-off
Schnelle Freigabe vs. berufsrechtliche Absicherung: bei knapper Zeit konservativ "vorläufig nicht freigeben" und parallel Detailprüfung, statt überstürzte Freigabe mit späterem Rückruf. § 203 StGB und § 43e BRAO sind strict liability — Vorsatz ist nicht erforderlich.