name: aussenwirtschaft-us-ear-itar description: "US-Exportkontrolle als Touchpoint im deutschen Mandat: EAR (Export Administration Regulations 15 CFR Parts 730-774) ITAR (22 CFR Parts 120-130) und ECCN-Klassifizierung. De-minimis-Regel und Foreign-Direct-Product-Rule als Risiken für EU-Reexporte. Output: US-Touchpoint-Vermerk und Abgrenzung zu..."
US-Exportkontrolle EAR und ITAR als Touchpoint im EU-Mandat
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: AWG, AWV, EU-Dual-Use-VO 2021/821, EU-Sanktionsverordnungen, ZollkodexUnion, IranEmbargoVO, RusslandSanktionenVO — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Mandantenfall
- EU-Unternehmen reexportiert Software mit US-Komponenten in Drittland; de-minimis-Prüfung noetig.
- Ruestungsunternehmen erhalt ITAR-kontrollierte Technologie von US-Partner; Weitergabe an EU-Partner erlaubt?
- Europaeischer Halbleiterhersteller nutzt US-Produktionsanlagen; Foreign-Direct-Product-Rule greift.
Erste Schritte
- US-Ursprungsanteil des Produkts bestimmen: Technologie Software Ausruestung US-Herkunft?
- De-minimis-Schwelle prüfen (10 Prozent für CCL-Waren; 0 Prozent für Russland/China Militaer).
- Foreign-Direct-Product-Rule (FDPR) auf Relevanz prüfen bei US-Produktionsausruestung.
- ITAR-Anwendbarkeit prüfen: US-Ruestungsgueter nach USML; Reexport-Genehmigung noetig?
- ECCN-Klassifizierung des Produkts anhand CCL (Commerce Control List) prüfen.
- US-Touchpoint-Vermerk erstellen und klar als US-Risikomarker kennzeichnen.
Rechtsrahmen
- EAR 15 CFR Part 730-774: US-Exportkontrolle für Dual-Use-Gueter.
- ITAR 22 CFR Parts 120-130: US-Ruestungsguterkontrolle für USML-Produkte.
- EAR Part 734.4: De-minimis-Schwellen für US-Ursprungsanteile.
- EAR Part 734.9: Foreign-Direct-Product-Rule bei US-Technologieeinsatz.
- AWG § 1: Abgrenzung des deutschen Rechts zu US-extraterritorialen Regelungen.
Prüf-Raster
- US-Ursprungsanteil quantifiziert?
- De-minimis-Schwelle berechnet und dokumentiert?
- Foreign-Direct-Product-Rule auf Relevanz geprueft?
- ITAR-Anwendbarkeit für militaerische Produkte geprueft?
- ECCN-Klassifizierung anhand CCL durchgefuehrt?
- US-Touchpoint-Vermerk als Risikomarker im Mandat gesetzt?
Typische Fallstricke
- FDPR greift auch bei EU-Produkten die mit US-Ausruestung hergestellt wurden.
- De-minimis gilt nicht bei Gutern für Russland China Militaer; 0-Prozent-Schwelle beachten.
- ITAR verbietet jede Weitergabe ohne spezifische US-Genehmigung; kein EU-Pendant akzeptabel.
- US-Re-Export-Controls können EU-Sanktionsausnahmen unterlaufen.
Schnittstellen zu anderen Skills
Dieser Skill kann mit thematisch benachbarten Skills kombiniert werden, insbesondere:
- Sanktionsscreening und Listenpruefung:
aussenwirtschaft-sanktionsscreening-fuzzy-match - Exportkontrollklassifizierung:
aussenwirtschaft-gueterlisten-klassifizierung - Freiwillige Offenlegung gegenueber BAFA oder Hauptzollamt:
aussenwirtschaft-freiwillige-offenlegung-bafa-zoll - Interne Compliance-Programme:
aussenwirtschaft-icp-kontrollsystem
Qualitaetsanforderungen
- Sachverhalt vollstaendig: Alle Beteiligten inklusive UBO/Eigentum/Kontrolle erfasst?
- Normverweise konkret: Artikel und Absatz zitiert, nicht nur Verordnungsnummer?
- Quellenstand datiert: Sanktionslisten, TARIC, Gueltigkeitsdaten dokumentiert?
- Sofortmassnahmen klar: Stop-Ship, Hold, Eskalation explizit benannt wenn Risiko rot?
- Audit-Trail vollstaendig: Entscheidung, Begruendung, Verantwortlicher, Frist?
- Output mandantentauglich: Kein Fachwort ohne Erläuterung für Compliance und Business?
- Vertraulichkeit: Mandatsgeheimnisse nicht in ungesicherte externe Systeme eingeben.